26 April 2026, 12:17

12-Stunden-Regel bei Benzinpreisen: Tankstellen verdienen mehr – Verbraucher zahlen drauf

Balkendiagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoffart von 1980 bis 2040 zeigt, in vier Abschnitte unterteilt mit prozentualer Aufschlüsselung.

12-Stunden-Regel bei Benzinpreisen: Tankstellen verdienen mehr – Verbraucher zahlen drauf

Eine neue Studie zeigt, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für Preiserhöhungen bei Benzin die Gewinne der Tankstellenbetreiber gesteigert hat. Die Maßnahme, die eigentlich der Preisstabilisierung dienen sollte, hat stattdessen zu höheren Margen geführt – insbesondere bei kleineren Anbietern. Forscher analysierten Daten vor und nach der Reform, um deren Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmen zu messen.

Die Untersuchung wurde von Wirtschaftswissenschaftlern des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) durchgeführt. Sie werteten Preisdaten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe aus und verglichen die 14 Tage vor und nach Inkrafttreten der Regelung.

Die Gewinnspannen bei Superbenzin stiegen in den ersten zwei Wochen im Schnitt um 6 Cent pro Liter. Die Forscher ermittelten diese Zuwächse, indem sie die Netto-Verkaufspreise mit den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) vergleichen. Die Studie verzeichnete zudem regionale Unterschiede: In Süddeutschland waren die Margensteigerungen am stärksten ausgeprägt.

Bei Dieselpreisen zeigten sich uneinheitliche Trends, sodass sich kein klarer Gewinnanstieg nachweisen ließ. Allerdings deuten erste Anzeichen darauf hin, dass auch Diesel betroffen sein könnte. Zwar sollte die Regelung die Preisschwankungen verringern, doch bisher hat sie nicht zu niedrigeren Spritkosten für Autofahrer geführt.

Kleinere Tankstellenketten und unabhängige Betreiber profitierten am meisten von der Neuregelung. Große Ketten verzeichneten dagegen nur geringe Margensteigerungen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie die 12-Stunden-Preisregel die Gewinnverteilung im Kraftstoffsektor verändert hat. Unabhängige Anbieter und kleinere Ketten konnten die größten Vorteile erzielen, während Verbraucher an der Zapfsäule noch immer auf sinkende Preise warten. Die Studie bietet einen detaillierten Einblick, wie regulatorische Änderungen die Marktmechanismen auf unerwartete Weise prägen können.

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