500-Milliarden-Fonds vernachlässigt marode Schulen trotz dringendem Sanierungsbedarf
Rebekka Langern500-Milliarden-Fonds vernachlässigt marode Schulen trotz dringendem Sanierungsbedarf
Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro: Investitionsoffensive vernachlässigt Schulen
Der deutsche Sonderfonds über 500 Milliarden Euro, der für neue Investitionen vorgesehen war, gerät zunehmend in die Kritik, weil er Schulen trotz dringenden Bedarfs unzureichend unterstützt. Der Deutsche Philologenverband (DPhV) übt scharfe Kritik an der Mittelverwendung im Jahr 2025: Nur ein Bruchteil der Gelder floss in den Bildungsbereich – obwohl allein die Investitionsstaus bei Schulgebäuden fast 68 Milliarden Euro betragen. Die Sorge wächst, dass wertvolle Chancen vertan wurden, die marode Infrastruktur zu modernisieren.
Der DPhV hatte gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen gezielt für Schulsanierungen, digitale Ausstattung und neue Lehrmittel bereitzustellen. Doch laut vorliegenden Daten gingen von den Ausgaben 2025 nur 14,4 Millionen Euro in einer Region direkt an Schulen – zusätzlich zu breiter angelegten Investitionen in Frühkindbildung und digitales Lernen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Die Bundesvorsitzende des Verbandes, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, warnte vor einer ungerechten Belastung der jüngeren Generationen: "Sie werden die Schulden abbezahlen, doch in ihren eigenen Klassenzimmern ändert sich kaum etwas."
Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo Instituts zeigen zudem, dass ein Großteil der 2025 aufgenommenen Kredite gar nicht für neue Projekte verwendet wurde, sondern lediglich bestehende Ausgaben ersetzte. Das widerspricht Artikel 143h des Grundgesetzes, der das Sondervermögen ausdrücklich auf zusätzliche Investitionen beschränkt. Zwar sieht der DigitalPakt 2.0 bis 2030 5 Milliarden Euro für die digitale Bildung vor – doch das deckt nur einen Teil des tatsächlichen Bedarfs ab und leidet unter strukturellen Mängeln.
Der DPhV fordert nun die Bundesländer auf, sich zusammenzuschließen und die Schulförderung im Rahmen des Sondervermögens priorisiert anzugehen. Künftige Mittel sollen rechtlich verbindlich für konkrete Maßnahmen wie Gebäudesanierungen, Technikausstattung und moderne Lehrmaterialien reserviert werden.
Zwar ermöglichte der Sonderfonds einige Bildungsinvestitionen – doch das Fehlen zielgerichteter Zuweisungen lässt zentrale Defizite ungelöst. Angesichts eines Investitionsstaus von 67,8 Milliarden Euro bei kommunalen Schulgebäuden zielt die Forderung des DPhV nach einem koordinierten, langfristigen Ansatz darauf ab, dass künftige Gelder messbare Verbesserungen bringen. Ohne strengere Vergabevorschriften droht jedoch, dass die aufgenommenen Mittel weiterhin bestehende Haushalte ersetzen – statt sie zu ergänzen.






