Algen als nachhaltige Textilfasern: Kann Algacore die Modeindustrie revolutionieren?
Dorit GierschnerAlgen als nachhaltige Textilfasern: Kann Algacore die Modeindustrie revolutionieren?
Die Textilindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Während die Nachfrage nach Naturfasern steigt, wächst gleichzeitig die Kritik an synthetischen Materialien. Ein neues Projekt erforscht nun Süßwasseralgen als nachhaltige Alternative zu Baumwolle und erdölbasierten Kunstfasern.
Das Algacore-Projekt unter der Leitung von Leon Blanckart entwickelt eine innovative Faser aus Grünalgen. Es knüpft an die frühere Initiative AlgaTex an, die mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung fadenförmige Grünalgen als zukünftiges Textilmaterial untersuchte.
Der Anbau von Baumwolle verbraucht große Mengen Wasser, Fläche und Pestizide, während synthetische Fasern auf endliche Ressourcen angewiesen sind und zur Mikroplastikverschmutzung beitragen. Algacore will diese Probleme lösen, indem es ein ökologisch verträgliches, industriell nutzbares Material aus nachwachsenden Algen schafft.
Das Projekt hat im Rahmen des EXIST-Forschungstransfer-Programms eine Förderung von rund 968.000 Euro erhalten. Der 18-monatige Zuschuss unterstützt technologiebasierte Ausgründungen aus Hochschulen dabei, Forschungsergebnisse in marktfähige Anwendungen zu überführen. In den kommenden Monaten will das Team seine Arbeit ausbauen und die Gründung eines Start-ups vorbereiten.
Die Algacore-Initiative zielt darauf ab, die Textilproduktion auf eine nachhaltigere Grundlage zu stellen. Gelingt das Vorhaben, könnte eine erneuerbare, umweltfreundliche Faser auf den Markt kommen. Der weitere Erfolg hängt jedoch von zusätzlicher Forschung und der kommerziellen Entwicklung ab.






