29 March 2026, 18:19

Alkoholverbot für 14- und 15-Jährige: Priens radikaler Jugendschutz-Plan

Karte von Australien, die den Prozentsatz von unteralterigen Teenagern nach Bundesstaaten in rot hervorhebt, mit einer Bildunterschrift, die besagt, dass unteralterige Teenager wegen einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs in die Sexualstraftäterliste aufgenommen werden können.

Alkoholverbot für 14- und 15-Jährige: Priens radikaler Jugendschutz-Plan

Bundesfamilienministerin Karin Prien hat einen Vorschlag für ein Verbot des "kontrollierten Alkoholkonsums" für 14- und 15-Jährige vorgelegt. Der Gesetzentwurf sieht die Streichung der bisherigen Ausnahmeregelung vor, die es Kindern dieses Alters bisher erlaubte, in Begleitung ihrer Eltern Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Mit der Maßnahme soll der steigenden Suchtgefahr unter Jugendlichen entgegengewirkt werden.

Der Vorstoß ist Teil einer umfassenden Reform des Jugendschutzgesetzes. Er folgt auf Jahre mit nur begrenzter öffentlicher Debatte, wobei die meisten Diskussionen zwischen 2020 und 2022 stattfanden. Damals gab es kontroverse Auseinandersetzungen zwischen Fachleuten und Gesundheitsorganisationen über die Risiken des frühen Alkoholkonsums.

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Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sowie Wissenschaftler warnten vor langfristigen Schäden wie Abhängigkeit und beeinträchtigter Gehirnentwicklung. Selbst der begleitete Konsum berge demnach erhebliche Gesundheitsrisiken. Auf der anderen Seite sprachen sich Kinderärzte und Verbände wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe bei Alkoholproblemen für die Beibehaltung der bisherigen Regelungen aus. Sie argumentierten, dass elterliche Aufsicht das Risiko von exzessivem Trinken verringere und kulturelle Traditionen respektiere.

Das Ministerium verwies auf weitergehende Bedenken und wies auf Zusammenhänge zwischen frühem Alkoholkonsum, gewalttätigem Verhalten, Vernachlässigung und dauerhaften Gesundheitsschäden hin. Präventive Maßnahmen gelten mittlerweile als entscheidend, um Jugendliche vor alltäglichen Suchtgefahren zu schützen. Der Entwurf wird derzeit mit Beteiligten beraten und soll noch in diesem Jahr im Bundestag zur Abstimmung stehen.

Sollte die Novelle verabschiedet werden, würde dies eine deutliche Verschärfung des Jugendschutzes in Deutschland bedeuten. Das Verbot würde für alle 14- und 15-Jährigen gelten – unabhängig von elterlicher Aufsicht. Die Behörden erhoffen sich von der Änderung eine Verringerung der Suchtrisiken und bessere langfristige Gesundheitsperspektiven für Heranwachsende.

Quelle