30 March 2026, 16:20

Anna Netrebko polarisiert mit Un ballo in maschera an der Berliner Staatsoper

Gemälde namens 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe auf der Bühne mit Instrumenten und sitzenden Figuren zeigt, während das Publikum im Vordergrund zusieht.

Anna Netrebko polarisiert mit Un ballo in maschera an der Berliner Staatsoper

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Aufführung erntete sowohl begeisterten Applaus als auch vereinzelte Buhrufe aus dem Publikum. Vor dem Opernhaus versammelten sich derweil Demonstranten, um gegen Netrebkos Auftritt zu protestieren.

Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Produktion interpretiert Verdis Klassiker neu und verbindet ihn mit Elementen der queeren Ballroom-Kultur sowie Anspielungen auf die AIDS-Krise. Netrebko übernahm die Rolle der Amelia im Rahmen des Festspielprogramms der Staatsoper. Ihre Darstellung wurde mit starkem Beifall bedacht, wenn auch nicht ohne Widerspruch seitens einiger Zuschauer.

Vor der Vorstellung skandierten etwa 50 Protestierende mit ukrainischen Fahnen Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung spiegelte anhaltende Kritik an Netrebkos früheren Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin wider, darunter ihre Teilnahme an dessen Geburtstagsfeier 2021 im Moskauer Kreml.

Die Sängerin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, trat zuletzt im Februar 2022 an der Staatsoper auf – kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine. Seither führten ihre wahrgenommenen Nähe zu Putin und mangelnde klare Distanzierung zu Absagen großer Häuser wie der Wiener Staatsoper und der Berliner Staatsoper. In Deutschland verschärfte sich die öffentliche Debatte über die Grenzen künstlerischer Freiheit gegenüber politischer Verantwortung. Während einige ihr Recht auf Auftritte verteidigten, forderten andere eine eindeutige Verurteilung des Krieges.

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Intendantin Elisabeth Sobotka nahm zu den Kontroversen Stellung und betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit Beginn der Invasion nicht dorthin zurückgekehrt. Trotz der Kritik wurde die Inszenierung selbst für ihre musikalischen und gesanglichen Leistungen gelobt.

Die Premiere von Un ballo in maschera unterstrich die anhaltende Polarisierung um Netrebkos Karriere. Während ihre Rückkehr auf die Bühne sowohl Unterstützung als auch Protest hervorrief, zeigt die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, das schwierige Spannungsfeld zwischen Kunst und Politik. Die Produktion bleibt Teil des Festspielprogramms; weitere Vorstellungen sind geplant.

Quelle