Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Rebekka LangernBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder in Betrieb – mit Verspätung und hohen Kosten
Die Eisenbahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin ist nach einer deutlich längeren Sperrung als geplant wieder eröffnet worden. Ursprünglich sollte die Strecke bereits Anfang Mai fertiggestellt sein, doch wegen extremer Winterbedingungen und weiterer Rückschläge nahm sie erst Mitte Juni den Betrieb wieder auf.
Die Bauarbeiten hatten im frühen August mit einer Vollsperrung begonnen und betrafen den Fern-, Regional- und Güterverkehr. Strenger Frost in den Monaten Januar und Februar verzögerte die Fortschritte erheblich. Während der Sperrung wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was für die Fahrgäste erhebliche Reisezeitverlängerungen mit sich brachte. Regionalreisende waren monatelang auf Schienenersatzverkehr angewiesen.
Mittlerweile sind die Kosten des Projekts auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen – 500 Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Ein eingeplanter Puffer von 300 Millionen Euro für unvorhergesehene Probleme wurde vollständig aufgebraucht. Selbst nach der Wiedereröffnung gab es weiterhin Schwierigkeiten: Aufzüge fielen aus, und Züge fuhren nicht wie geplant.
Bei der Modernisierung stellte sich zudem heraus, dass das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht wie vorgesehen installiert werden konnte. Das bedeutet, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere großangelegte Sperrung notwendig wird. Die Strecke Hamburg–Berlin ist Teil eines umfassenden Programms zur Modernisierung Dutzender Strecken im ganzen Land bis Mitte der 2030er-Jahre.
Zwar ist die Verbindung nun wieder befahrbar, doch der Start wurde von anhaltenden technischen Problemen überschattet. Die Gesamtkosten sind gestiegen, und weitere Einschränkungen zeichnen sich bereits ab. Fahrgäste und Betreiber müssen sich auf zusätzliche Arbeiten in den kommenden Jahren einstellen.
