Baukosten explodieren: Warum Wohnen in Deutschland immer teurer wird
Rebekka LangernBaukosten explodieren: Warum Wohnen in Deutschland immer teurer wird
Baukosten in Deutschland steigen weiter – Entlastung nicht in Sicht
Laut Thomas Reimann, Präsident des Hessischen Bauindustrieverbands, klettern die Baukosten in Deutschland weiterhin ungebremst nach oben, ohne dass eine Besserung absehbar ist. Er warnt, dass steigende Ausgaben – von Materialien bis hin zu Transport – Wohnungsbauprojekte zunehmend unerschwinglich machen.
Reimann betont, dass sich die Kosten in den vergangenen Jahren drastisch erhöht haben. Während des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 stiegen die Preise um über 15 %, während 2024 und 2025 ein kontinuierlicher Anstieg von etwa 3 % zu verzeichnen war. Selbst der jüngste Konflikt im Iran trieb die Ausgaben um weitere drei bis fünf Prozent in die Höhe.
Materialien wie Stahl, Beton und Dämmstoffe sind deutlich teurer geworden. Auch die gestiegenen Dieselpreise haben die Kosten für den Transport und die Aufstellung von Kränen erhöht. Reimann kritisiert, dass die strengen deutschen Bauvorschriften unnötige Mehrausgaben verursachen – etwa durch die Pflicht zu Stellplätzen bei Mehrfamilienhäusern.
Um die Belastung zu verringern, fordert er die Politik auf, die Regelungen zu vereinfachen und den Gebäudetyp E einzuführen, eine Klassifizierung, die nicht sicherheitsrelevante Standards aufheben würde. Dies, so Reimann, würde ein starkes Signal an die Baubranche senden. Zudem schlägt er vor, sich an Ländern wie Schweden zu orientieren, wo weniger Vorschriften bezahlbaren Wohnungsbau ermöglichen.
Ohne Änderungen sieht Reimann kein baldiges Ende des Kostendrucks. Er unterstreicht, dass Rechtssicherheit und weniger Bürokratie entscheidend sind, um Wohnungsbauprojekte wieder wirtschaftlich tragfähig zu machen. Nun bleibt abzuwarten, ob die Politik seine Vorschläge aufgreift.






