12 March 2026, 18:16

Baupläne für Deutsche Nationalbibliothek Leipzig überraschend gestoppt – Kultusminister setzt auf Digitalisierung

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Bildern und Texten, die einen klassischen und zeitlosen Eindruck vermitteln.

Kein Erweiterungsgebäude für die Deutsche Nationalbibliothek - Baupläne für Deutsche Nationalbibliothek Leipzig überraschend gestoppt – Kultusminister setzt auf Digitalisierung

Pläne für Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gestoppt

Bundeskulturminister Wolfram Weimer hat die geplante Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig überraschend verworfen. Die Entscheidung fällt trotz jahrelanger Vorbereitungen und eines dringenden Bedarfs an zusätzlichen Lagerkapazitäten. Bibliotheksvertreter kritisieren den Schritt scharf und warnen, dass der Platz für Neuerscheinungen rasant knapp wird.

Die Deutsche Nationalbibliothek archiviert derzeit alle deutschsprachigen Publikationen und erhält täglich rund 13.100 neue Werke. Nach geltendem Recht müssen Verlage von jedem Titel zwei physische Exemplare abliefern. Da die Lager in Leipzig jedoch nahezu ausgelastet sind, hatte die Bibliothek bereits begonnen, Bestände in ihr zweites Standort in Frankfurt auszulagern.

Die geplante Erweiterung in Leipzig sollte die Platznot beheben und die langfristige Unterbringung künftiger Sammlungen sichern. Rund sieben Millionen Euro waren bereits in die Projektplanung geflossen. Nun hat Weimer die Pläne jedoch komplett verworfen.

Stattdessen setzt der Minister auf eine Umstellung des Pflichtexemplar-Systems hin zu digitalen Einreichungen. Er schlägt vor, die Pflichtabgabe von zwei auf ein physisches Exemplar zu reduzieren – möglichst in digitaler Form. Die Bibliothek hingegen betont, dass zusätzlicher Lagerraum unverzichtbar bleibt, unabhängig von künftigen Digitalisierungsbemühungen.

Mit der Absage fehlt der Bibliothek nun eine geplante Lösung für ihre Platzprobleme. Solange keine neuen Regelungen eingeführt werden, müssen Verlage weiterhin physische Exemplare abliefern. Bis auf Weiteres bleibt der Bibliothek nichts anderes übrig, als weitere Bestände nach Frankfurt zu verlagern und auf politische Weichenstellungen zu warten.

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