29 March 2026, 18:20

Betriebswohnungen als Geheimwaffe im Kampf um Fachkräfte – doch kaum ein Unternehmen setzt sie ein

Plakat mit einem Bild des Weißen Hauses und Text, der den Biden-Harris-Wirtschaftsplan als blue-collar-Blueprint für die Schaffung von gut bezahlten Arbeitsplätzen ohne vierjähriges Studium bewirbt.

Betriebswohnungen als Geheimwaffe im Kampf um Fachkräfte – doch kaum ein Unternehmen setzt sie ein

Betriebswohnungen könnten deutschen Unternehmen helfen, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten – das legt eine aktuelle Studie nahe. Doch nur wenige Betriebe bieten diese Leistung derzeit an, wobei die meisten hohe Kosten und komplizierte Vorschriften als Haupthemmnisse nennen. Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), für die zwischen Juli und August 2025 insgesamt 826 Unternehmen befragt wurden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Lediglich neun Prozent der deutschen Firmen stellen ihren Mitarbeitenden direkte Wohnmöglichkeiten zur Verfügung. Weitere 21 Prozent unterstützen indirekt – etwa durch Zuschüsse oder Kooperationen mit Vermietern. Die Praxis ist branchenübergreifend verbreitet, wobei Arbeitgeber des öffentlichen Sektors nicht in die Erhebung einbezogen wurden.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen (58 Prozent) ist überzeugt, dass Betriebswohnungen die Personalgewinnung erleichtern. 55 Prozent sehen darin zudem einen Vorteil, um langfristig Fachkräfte zu binden. Der Experte Philipp Deschermeier argumentiert, dass solche Leistungen Unternehmen in einem angespannten Arbeitsmarkt einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnten.

Trotz der potenziellen Vorteile zögern viele Betriebe. Fast 40 Prozent halten den finanziellen und administrativen Aufwand für zu hoch. Zwei Drittel nennen den schwierigen Wohnungsmarkt als größtes Hindernis. Weitere 45 Prozent sorgen sich darum, verlässliche Partner in der Wohnungswirtschaft zu finden.

Für die nächsten fünf Jahre planen nur vier Prozent der Unternehmen, Betriebswohnungen einzuführen. Deschermeier schlägt vor, dass klarere Richtlinien und schnellere Genehmigungsverfahren für betriebliche Wohnprojekte mehr Firmen zum Handeln motivieren könnten.

Die Umfrage zeigt eine Kluft zwischen Interesse und Umsetzung bei Betriebswohnungen: Zwar erkennen viele Unternehmen die Vorteile für Rekrutierung und Mitarbeiterbindung, doch Sorgen über Kosten, Bürokratie und Marktbedingungen bremsen sie aus. Ohne spürbare Veränderungen bleibt eine flächendeckende Einführung in naher Zukunft unwahrscheinlich.

Quelle