19 April 2026, 06:13

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für hochmoderne Drohnenabwehrtechnik

Zwei Männer in blauen Uniformen und Helmen arbeiten an einem großen Drohnenmodell, halten verschiedene Gegenstände und haben eine Plastikabdeckung auf dem Boden.

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für hochmoderne Drohnenabwehrtechnik

Neues Drohnenabwehrwerk soll in Brandenburg an der Havel entstehen

In Brandenburg an der Havel entsteht ein neues Werk zur Drohnenabwehr. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsunternehmung zwischen HD Advanced Technologies (HDAT), einer Tochtergesellschaft des Heidelberger Unternehmens, und OAS, einem amerikanisch-israelischen Unternehmen. Gemeinsam werden sie autonome Systeme entwickeln, die Drohnenbedrohungen in Europa entgegenwirken sollen.

Das Werk in Brandenburg stellt seit 1991 Komponenten für Druckmaschinen her. Künftig wird es sich auf die Drohnenabwehr konzentrieren und rund 400 Mitarbeiter beschäftigen. Zudem werden Ausbildungsplätze in den Bereichen Industriemechanik und Mechatronik angeboten. Die bestehende Belegschaft und die Ausbildungsprogramme sollen den Übergang unterstützen.

Michael Wellenzohn, Vorstandsvorsitzender von HDAT, bezeichnete die Partnerschaft als Verbindung von Spitzentechnologie im Drohnenbereich mit deutscher Präzisionsfertigung. Jürgen Otto, CEO der Heidelberger Druckmaschinen AG, nannte das Vorhaben einen strategischen Schritt, um das Geschäft mit zivil-militärischer Doppelnutzung auszubauen. Erste Absatzmärkte für die Systeme werden Deutschland und die Ukraine sein, später soll die Expansion in andere EU-Länder folgen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Vor Ort fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Bürgermeister Daniel Keip begrüßt das Projekt und argumentiert, es stärke die industrielle Basis Brandenburgs. Heidi Hauffe, Vorsitzende des örtlichen BSW-Verbands, äußerte jedoch Bedenken, die Anlage könnte die Stadt im Falle einer Eskalation zu einem möglichen Ziel machen. Eric Brock, CEO von Ondas, betonte unterdessen die Notwendigkeit solcher Systeme und verwies auf die wachsende Bedrohung durch Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur und zivile Gebiete in ganz Europa.

Die Gemeinschaftsunternehmung wird die Produktion in Brandenburg an der Havel aufnehmen und zunächst Drohnenabwehrsysteme für Deutschland und die Ukraine liefern. Das Projekt nutzt einen etablierten Industriestandort neu und schafft gleichzeitig Perspektiven für Fachkräfte. Behörden und Wirtschaftsführer sehen darin eine Antwort auf die steigenden Sicherheitsherausforderungen in der Region.

Quelle