Brandenburgs Machtverschiebung: SPD-CDU-Regierung gegen erstarkte AfD-Opposition
Rebekka LangernAfD-Landesvorsitzender Springer in Brandenburg bestätigt - Brandenburgs Machtverschiebung: SPD-CDU-Regierung gegen erstarkte AfD-Opposition
Brandenburgs politische Landschaft hat sich seit der Landtagswahl 2024 radikal gewandelt. Aus einer einst zersplitterten SPD/BSW-Koalition ist im März 2026 eine neue SPD-CDU-Regierung hervorgegangen, die Anfang des Monats ihr Amt antrat. Gleichzeitig festigt die AfD ihre Position als stärkste Oppositionskraft und prägt zunehmend die Kommunalpolitik in der gesamten Region.
Der Wandel ist das Ergebnis monatelanger Verhandlungen, die in einem 37-seitigen Koalitionsvertrag mit dem Titel "Verantwortung für Brandenburg" gipfelten. Während SPD und CDU Einheit und wirtschaftliche Reformen versprechen, wächst der Einfluss der AfD – insbesondere in den östlichen Landkreisen, wo sie in einigen Gebieten mittlerweile über 40 Prozent der Stimmen auf sich vereint.
Die von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und CDU-Landeschef Jan Redmann geführte SPD-CDU-Koalition übernahm im März 2026 nach einer langen Phase der Instabilität die Regierungsgeschäfte. Ihr Bündnis setzt auf Sparmaßnahmen, Bildungsreformen und Strategien gegen Extremismus. Doch die Herausforderungen sind groß: Die Unzufriedenheit der Wähler bleibt hoch, und die AfD dominiert weiterhin die Kommunalwahlen – ohne Anzeichen eines Rückgangs.
Im Landkreis Spree-Neiße etwa errang der AfD-Kandidat bei der Kreistagswahl am 8. März 2026 mit 42,4 Prozent der Stimmen die relative Mehrheit und zwang die CDU damit zu einer Stichwahl später im selben Monat. Dies knüpft an die Erfolge der Partei aus dem Jahr 2024 an, als sie in einigen Regionalwahlen bis zu 41,7 Prozent erreichte. Der Trend stärkt dem AfD-Landesvorsitzenden René Springer den Rücken, der am 7. März 2026 mit 82,3 Prozent der Mitgliederstimmen für eine weitere zweijährige Amtszeit wiedergewählt wurde – ein leichter Anstieg gegenüber seinem Ergebnis von 82,1 Prozent im Jahr 2024.
Springer, der die brandenburgische AfD seit 2024 führt, blickt nun noch weiter nach vorn. Auf dem Parteitag kündigte er an, bei der Landtagswahl 2029 die absolute Mehrheit anstreben zu wollen. Sein Ziel: eine Alleinregierung der AfD, frei von Koalitionszwängen. Angesichts der stabilen Basisunterstützung spiegelt sein Selbstbewusstsein die wachsende Verankerung der Partei in der Region wider.
Die Aufgabe der SPD-CDU-Koalition ist klar: Sie muss in jenen Gebieten Vertrauen zurückgewinnen, in denen die antiestablishment-Haltung der AfD auf fruchtbaren Boden fällt. Doch die lokalen Wahlergebnisse zeigen, dass der Aufwärtstrend der Partei kaum gebremst wird.
Die neue Regierung steht nun vor der doppelten Herausforderung, ihre Versprechen einzulösen und gleichzeitig der wachsenden AfD-Partei entgegenzutreten. Während die Rechtspopulisten ihre Macht in Ostbrandenburg ausbauen und für 2029 die Alleinherrschaft anstreben, wird sich schon bald zeigen, ob die Koalitionspolitik wirkt. Die nächste Landtagswahl wird entscheiden, ob die Wähler Springers Vision folgen – oder sich wieder der politischen Mitte zuwenden.