Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – Streit um "Kriegpropaganda"-Vorwürfe
Vesna DöhnBrandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – Streit um "Kriegpropaganda"-Vorwürfe
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Förderung der schulischen Bildung
Das Brandenburgische Bildungsministerium und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die Bildungsarbeit an Schulen zu unterstützen. Die Vereinbarung schafft eine formelle Grundlage für die künftige Zusammenarbeit beider Institutionen. Ziel ist es, kritisches Denken bei Schülerinnen und Schülern zu fördern und Einblicke in staatliche Verantwortungsbereiche zu vermitteln.
Im Rahmen der Vereinbarung können Jugendoffiziere der Bundeswehr als externe Referentinnen und Referenten in den Unterricht eingeladen werden. Ihre Aufgabe besteht darin, Diskussionen über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, globales Krisenmanagement sowie europäische Sicherheitsinteressen anzuregen. Die Schulen behalten dabei die volle Entscheidungshoheit, ob sie solche Angebote nutzen – eine Teilnahme muss sich zudem am bestehenden Lehrplan orientieren.
Die Jugendoffiziere treten dabei als Gesprächspartner auf, nicht als Lehrkräfte. Sie sind verpflichtet, sich am Beutelsbacher Konsens zu orientieren, der Indoktrination verbietet und eine ausgewogene, pluralistische Debattenkultur sicherstellt. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung einer multiperspektivischen Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Themen.
Scharf kritisiert wurde die Vereinbarung von der Fraktion Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Diese bezeichnet die Zusammenarbeit als „institutionalisierte Kriegpropaganda“ und fordert deren sofortige Aussetzung.
Mit dem neuen Rahmenwerk haben Schulen nun die Möglichkeit, bei Bedarf Jugendoffiziere der Bundeswehr einzuladen. Die Vereinbarung soll die Debatte über Sicherheitsfragen anregen und das Verständnis dafür vertiefen. Die Umsetzung bleibt jedoch jeder Schule freigestellt.






