10 June 2026, 12:18

Bremens Bürgerschaft prüft Skandal um Staatsräte-Entlassungen und fehlende Akten

Goldene Handschläge, gelöschte Chats und fehlgeleitete Dateien

Bremens Bürgerschaft prüft Skandal um Staatsräte-Entlassungen und fehlende Akten

Bremens Bürgerschaft setzt Untersuchungsausschuss zu Entlassungen von Staatsräten ein

Im November 2025 richtete der Landtag in Bremen einen Untersuchungsausschuss ein, um die Entlassungen von Staatsräten in den vergangenen zehn Jahren zu prüfen. Den Anstoß gab der Verdacht auf unrechtmäßige Abfindungsregelungen und fehlende Akten in Behörden. Ein anonymer Hinweis aus der CDU hatte zunächst Bedenken wegen gelöschter E-Mails in Zusammenhang mit dem Fall geweckt.

Im Herbst 2025 war in einem anonymen Tipp die Rede davon, dass in zwei Behörden E-Mails zur Affäre um die Staatsräte gelöscht worden seien. Der Hinweis, der später dem CDU-Fraktionsgeschäftsführer Tobias Hentze zugeordnet wurde, enthielt anfangs kaum konkrete Belege. Hentze bestritt zunächst, der Informant zu sein, räumte seine Beteiligung später jedoch ein – seine Motive und die Richtigkeit seiner Angaben bleiben jedoch unklar.

Der Ausschuss untersuchte zudem die Löschung von fünf Nachrichten in einem Signal-Chat zwischen Irene Strebl und Jan Fries, beide Staatsräte im Umweltressort. Dies nährte Spekulationen über nicht offengelegte Absprachen. Darüber hinaus reichte der Senat trotz des Anspruchs des Gremiums auf Akteneinsicht keinen formellen Widerspruch des Finanzressorts gegen die Zusage einer Versetzungsgarantie für Regine Komoss nach.

Während der Ermittlungen tauchte am Morgen vor einer Ausschusssitzung ein fehlendes Dokument auf. Die Staatskanzlei führte das Fehlen auf ein Versehen zurück. Am Dienstag kam der Ausschuss erneut zusammen, um über Beamtenrecht und die Berichterstattung über seine Arbeit zu beraten. Der ehemalige Bildungssenator Sascha Aulepp (SPD) soll am Mittwoch als Zeuge aussagen.

Die Opposition wirft der Regierung vor, entlassenen Staatsräten überzogene Abfindungen – sogenannte „goldene Händedrücke“ – auf Kosten der Öffentlichkeit gewährt zu haben. Nach den Verwaltungsvorschriften Bremens müssen nicht alle Kommunikation zwischen Staatsräten archiviert werden.

Der Ausschuss setzt seine Ermittlungen zu den Entlassungen und begleitenden Unregelmäßigkeiten fort. Seine Ergebnisse sollen klären, ob bei der Handhabung von Dokumenten und Abfindungsvereinbarungen ordnungsgemäß verfahren wurde. Die Anhörungen und Zeugenaussagen zielen darauf ab, Transparenz über das Handeln der Beamten und die Einhaltung der Verwaltungsvorschriften durch die Regierung zu schaffen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle