20 April 2026, 02:14

Bundesnetzagentur erhält mehr Macht gegen Cyberangriffe auf den Energiesektor

Balkendiagramm, das verschiedene generierte elektrische Energie von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bundesnetzagentur erhält mehr Macht gegen Cyberangriffe auf den Energiesektor

Die deutsche Bundesnetzagentur soll künftig mehr Befugnisse bei der Bewertung von Cyberbedrohungen für den Energiesektor erhalten. Eine neue Studie stellt einen strukturierten Ansatz vor, um Sicherheitsvorfälle systematisch und detaillierter zu analysieren. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der wachsenden digitalen Vernetzung und zunehmender Sorgen über Cyberrisiken.

Die Studie baut auf bestehenden europäischen Modellen auf, darunter das Klassifizierungssystem für Cyberangriffe der ENTSO-E. Zudem stützt sie sich auf das deutsche Marktstammdatenregister als zentrale Informationsquelle. Bisher erlaubten die an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) übermittelten Meldungen nur grundlegende Einzelfallprüfungen.

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Die neue Methodik umfasst ein Klassifizierungssystem für Vorfälle sowie ein dreistufiges, risikobasiertes Bewertungsmodell. Es deckt den gesamten Prozess ab – von der ersten Datenerfassung über eine vertiefte Voranalyse bis hin zur umfassenden Auswirkungsbewertung. Auch wirtschaftliche und systemische Folgen werden berücksichtigt.

Entwickelt wurde der Rahmen vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, Abteilung Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST). Er bietet eine systematische Grundlage zur Bewertung von Bedrohungen. Die Bundesnetzagentur wird den Ansatz testen und einführen, mit der Option einer späteren Anwendung in operativen Prozessen auf unterer Ebene.

Die erweiterten Kompetenzen im Rahmen der NIS-2-Richtlinie ermöglichen der Behörde künftig umfassendere Cybersecurity-Bewertungen. Ziel des strukturierten Vorgehens ist es, die Reaktion auf Vorfälle in einem immer stärker vernetzten Energiesektor zu verbessern. Tests und Umsetzung werden zeigen, wie nachhaltig wirksam die Methode langfristig ist.

Quelle