Bundesregierung will Büros in Wohnungen verwandeln – doch Länder zögern noch
Rebekka LangernBundesregierung will Büros in Wohnungen verwandeln – doch Länder zögern noch
Die Bundesregierung plant ein neues Förderprogramm, um leerstehende Büroräume in Wohnungen umzuwandeln. Mit der Initiative könnten in Großstädten tausende neue Wohnungen entstehen – unterstützt durch Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit. Bisher hat jedoch noch kein Bundesland ein eigenes Programm zur Förderung solcher Umbauten aufgelegt.
Im Rahmen des vorgeschlagenen Programms "Gewerbe zu Wohnen" (Gewerbeimmobilien zu Wohnraum) könnten Investoren Zuschüsse für die Umwandlung ungenutzter Bürogebäude in Wohnraum erhalten. Die Förderung, die nicht zurückgezahlt werden muss, ist auf maximal 300.000 Euro pro Unternehmen begrenzt. Pro umgewandelte Wohneinheit sind bis zu 30.000 Euro möglich.
Gefördert werden sollen beheizte, nicht zu Wohnzwecken genutzte Immobilien, die mindestens den Standard "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien" erfüllen. Zu den Zielen zählen die Verringerung von Leerständen, die Steigerung des Wohnraumangebots und die Förderung klimafreundlicher Sanierungen. Trotz des Potenzials – in den sieben größten Städten Deutschlands wären bis zu 11.000 neue Wohnungen realisierbar – hat bisher kein Bundesland eigene Fördermittel bereitgestellt.
Hohe Baukosten und teure Umbaumaßnahmen bleiben jedoch Hürden. Bürogrundrisse erfordern oft aufwendige Anpassungen, um Wohnstandards zu erfüllen, was die Umwandlung finanziell weniger attraktiv macht. Das Bundesprogramm selbst soll voraussichtlich erst im Sommer 2026 starten.
Bei vollständiger Umsetzung könnte die Initiative langfristig bis zu 60.000 neue Wohnungen in ganz Deutschland schaffen. Derzeit müssen Investoren jedoch auf den Start des Bundesprogramms warten, da es noch keine Förderungen auf Landesebene gibt. Der Erfolg des Vorhabens wird davon abhängen, ob es gelingt, die Zuschüsse mit den hohen Umwandlungskosten in Einklang zu bringen.






