Bundeswehr-Reform: Reservekräfte sollen bis 70 fit für den Einsatz bleiben
Rebekka LangernBundeswehr-Reform: Reservekräfte sollen bis 70 fit für den Einsatz bleiben
Das deutsche Verteidigungsministerium steht vor einer Reform der Reservekräfte mit einer neuen Strategie und gesetzlichen Änderungen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wird am Mittwoch einen Reserveplan vorstellen, gefolgt vom Reservestärkungsgesetz in diesem Sommer. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Ausbildung, Ausstattung und den Einsatz von Reservisten zu modernisieren.
Eine zentrale Neuerung ist die Anhebung der Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre. Beamte begründen dies mit der gestiegenen Lebenserwartung und besseren körperlichen Fitness. Zudem soll die Regelung gestrichen werden, die es Arbeitgebern bisher ermöglichte, Reservisten die Teilnahme an Übungen zu verweigern – damit soll die Planungssicherheit für Trainingsmaßnahmen erhöht werden.
Aktuell sind rund 60.000 Reservisten einsatzbereit und für schnelle Verlegungen vorgesehen. Die genaue Gesamtzahl der Reservisten bleibt jedoch unklar, da das Ministerium keine exakten Erhebungen führt. Der Reservistenverband, eine zugehörige Organisation, zählt etwa 110.000 Mitglieder.
Die Reformen legen besonderen Wert auf bessere Ausstattung und sinnvolle Ausbildungsinhalte für Reservisten. Eine jährliche Planung soll festlegen, wie viele an Übungen teilnehmen, um Ressourcen effizient einzusetzen. Ziel ist es, eine zuverlässigere und leistungsfähigere Reserve aufzubauen.
Die geplanten Änderungen sehen vor, Arbeitgeber-Einsprüche abzuschaffen und die Dienstaltersgrenze für Reservisten anzuheben. Bei Zustimmung treten die Reformen mit dem neuen Gesetz noch in diesem Sommer in Kraft. Das Ministerium erwartet, dass diese Schritte die Einsatzbereitschaft verbessern und die Reservefähigkeiten Deutschlands stärken werden.






