29 June 2026, 18:25

CDU-Politiker Krings attackiert Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"

CDU-Vize Krings kritisiert Prostituiertenkommission

CDU-Politiker Krings attackiert Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"

Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat scharfe Kritik an einer Kommission geübt, die die deutschen Prostituiertenschutzgesetze überprüfen soll. Der Politiker wirft dem Gremium vor, ein verzerrtes Bild der Sexarbeit zu zeichnen, und stellt dessen Unabhängigkeit infrage.

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Die Kommission war auf Initiative von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingerichtet worden, um mögliche Reformen des Prostituiertenschutzgesetzes zu prüfen. Krings zufolge wurden die Mitglieder jedoch einseitig ausgewählt – noch während der Regierungszeit von Union und SPD. Dies habe in der Fraktion „tiefes Befremden und Verwunderung“ ausgelöst, so der Abgeordnete.

Krings moniert, die Kommission stütze sich auf ein Gutachten mit „realitätsfernen“ Ergebnissen. Darin heißt es, 25 Prozent der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter verfügten über einen Hochschulabschluss und 80 Prozent seien krankenversichert. Gleichzeitig verwies er darauf, dass lediglich 50 Personen in diesem Bereich Sozialabgaben zahlten – ein Beleg dafür, dass offizielle Statistiken nur einen winzigen Ausschnitt der Branche abbildeten.

In einem Interview mit RTL und ntv am Montag warf Krings der Kommissionsvorsitzenden vor, „fragwürdige Forschung“ zu betreiben. Dieselbe Person leite auch das kriminologische Institut, das für das umstrittene Gutachten verantwortlich sei. Krings geht davon aus, dass die Arbeit der Kommission vor allem die Erfahrungen einer kleinen, privilegierten Minderheit widerspiegle. Er schätzt, dass nicht einmal zehn Prozent der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter offiziell gemeldet seien.

Der Streit wirft grundsätzliche Fragen zur Verlässlichkeit der Daten auf, die als Grundlage für mögliche Gesetzesänderungen dienen sollen.

Quelle