Deutsche Bahn mit Milliardenverlust – wer trägt die Schuld für das marode Schienennetz?
Rebekka LangernDeutsche Bahn mit Milliardenverlust – wer trägt die Schuld für das marode Schienennetz?
Deutsche Bahn verzeichnet erneut Milliardenverlust – Kritik an marodem Schienennetz wächst
Die Deutsche Bahn (DB) hat erneut einen Verlust in Milliardenhöhe gemeldet und damit neue Sorgen um das kriselnde deutsche Schienennetz geschürt. Das Unternehmen macht vor allem die marode Infrastruktur für Verspätungen verantwortlich, doch Kritiker verweisen auf tiefgreifendere Managementprobleme und überlastete Strecken.
Laut DB sind 80 Prozent der Zugverspätungen auf Infrastrukturdefizite zurückzuführen. Fachleute hingegen sehen das Hauptproblem in einem überlasteten System: Zu viele Züge teilen sich zu wenige Gleise. Einige fordern bereits, den Regionalverkehr einzuschränken, um das Netz zu entlasten.
Der Bundesrechnungshof übt scharfe Kritik an der Bahnführung wie auch an der Bundesregierung, die seit Jahren bekannte Missstände nicht angehe. Der Bahnexperte Christian Böttger stellt die Erklärungen des Konzerns infrage und verweist auf Managementversagen sowie einen Mangel an Prüfern, die neue Projekte freigeben könnten.
In Nordrhein-Westfalen, wo das Schienennetz in besonders schlechtem Zustand ist, modernisiert die DB derzeit zehn wichtige Streckenabschnitte. Acht weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. Doch die laufenden Bauarbeiten sorgen bereits für massive Behinderungen. Erst kürzlich mussten Reisende zwischen Köln und Hagen auf Fern- und S-Bahn-Verbindungen verzichten, weil der Bahnhof Wuppertal-Barmen wegen Bauarbeiten gesperrt war.
Die jüngsten finanziellen Verluste erhöhen den Druck auf die Bahn, Zuverlässigkeit und Effizienz zu steigern. Zwar laufen Infrastrukturprojekte an, doch die Verspätungen bleiben bestehen – das Unternehmen steht zunehmend in der Kritik, ob es das Netz überhaupt sanieren kann. Während sich die Arbeiten hinziehen, müssen Fahrgäste weiterhin mit Zugausfällen und Einschränkungen leben.






