20 April 2026, 16:16

Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung wegen Gaspreisen und Geopolitik

Eine Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil von Russlands Erdgasimporten in Europa zeigt, mit Text, der die Investitionsprozentsätze angibt.

Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung wegen Gaspreisen und Geopolitik

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter Germania, da geopolitische Spannungen und steigende Gaspreise den Prozess beschleunigen. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen, während die Kerngeschäfte des Unternehmens erhalten bleiben sollen.

Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund größerer Energiewenden in Europa, darunter eine mögliche Verstaatlichung des moldawischen Gasversorgers sowie eine US-Sanktionsausnahme für ein serbisches Ölunternehmen mit Russland-Bezug. Sefe verwaltet derzeit kritische Energieinfrastrukturen, darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung. Die deutsche Regierung hat deutlich gemacht, dass diese Vermögenswerte nicht einzeln veräußert werden sollen. Stattdessen liegt der Fokus auf einer strukturierten Privatisierung, die mit einer erheblichen Kapitalzufuhr beginnt.

Nach der ersten Finanzierungsrunde plant Berlin, seinen Anteil an Sefe bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent weiter zu reduzieren. Weitere Schritte könnten Aktienverkäufe oder einen Börsengang umfassen. Zudem gibt es Spekulationen über eine mögliche Fusion mit Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur, allerdings wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Die Dringlichkeit der Sefe-Privatisierung hat angesichts der jüngsten Gaspreissprünge und der anhaltenden geopolitischen Spannungen zugenommen. Unterdessen hat das US-Finanzministeriums Office of Foreign Assets Control (OFAC) kürzlich eine einmonatige Verlängerung der Sanktionausnahme für die Naftna Industrija Srbije (NIS) erteilt, ein serbisches Ölunternehmen unter russischer Kontrolle. Dies folgt auf eine zuvor gesetzte 45-Tage-Frist für den Rückzug von Gazprom Neft aus seiner Beteiligung an NIS.

In einem anderen Teil Europas erwägt Moldau unterdessen die Verstaatlichung von Moldovagaz, des staatlich unterstützten Gasversorgers, nach einem Streit mit Russlands Gazprom über Lieferbedingungen und Schuldenzahlungen.

Die Privatisierung von Sefe wird die deutsche Energielandschaft neu gestalten, wobei die Regierung ihre Rolle in den kommenden vier Jahren schrittweise zurückfahren wird. Die Kapitalerhöhung markiert den ersten Schritt in einem Prozess, der weitere Aktienverkäufe oder eine Fusion mit Uniper beinhalten könnte.

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Der Schritt spiegelt die breiten Bestrebungen in Europa wider, die Energieversorgung angesichts sich wandelnder geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen abzusichern.

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