07 May 2026, 14:15

"Deutschland steuert auf die Wand zu": Tunnelbau-Pionier warnt vor Bürokratie-Kollaps

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines zerfallenden Tunnels in den Ruinen der Berliner Mauer, mit Schutt auf dem Boden und einem Licht am Ende.

"Deutschland steuert auf die Wand zu": Tunnelbau-Pionier warnt vor Bürokratie-Kollaps

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor der Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn sich 2023 nicht grundlegend etwas ändere, so der Unternehmer. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen überbordende Bürokratie und eine Kultur der realitätsfernen Erwartungen.

Das Unternehmen des 69-Jährigen, weltweit führend in Tunnelbohrtechnik, hat einige der größten Infrastrukturprojekte Europas geprägt – darunter den Gotthard-Basistunnel, den Brenner-Basistunnel und das Bahnprojekt Stuttgart 21. Mit rund 5.500 Beschäftigten weltweit steht der Erfolg des Konzerns in scharfem Kontrast zu den Frustrationen des Chefs mit den heimischen Verhältnissen.

Deutschland bezeichnete Herrenknecht als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“, die in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen sei. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung verdeutlicht das Problem: Ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg steckt seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Ein vergleichbares Projekt in Chennai, Indien, erhielt dagegen bereits nach drei Monaten die Genehmigung.

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Der Unternehmer ging noch weiter und erklärte, er könnte sein Unternehmen unter den heutigen Bedingungen gar nicht mehr gründen – die bürokratischen Hürden seien zu hoch. Seine Äußerungen zeichnen das Bild eines Landes, in dem Bürokratie Fortschritt und Tatendrang erstickt.

Herrenknechts Warnungen zielen auf Verzögerungen bei entscheidenden Vorhaben und ein System, das seiner Meinung nach versagt. Der Vergleich mit dynamischeren Volkswirtschaften unterstreicht die Kluft zwischen dem aktuellen Tempo Deutschlands und dem globalen Wettbewerb. Die Forderungen des Managers nach dringenden Reformen machen deutlich: Ohne Kurskorrektur drohen langfristige Folgen.

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