Düngemittelpreise explodieren: Landwirte kämpfen mit Rekordkosten zur Aussaatzeit
Dorit GierschnerDüngemittelpreise explodieren: Landwirte kämpfen mit Rekordkosten zur Aussaatzeit
Düngemittelpreise schnellen erneut in die Höhe und belasten deutsche Landwirte in der entscheidenden Frühjahraussaat
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Störungen in der Straße von Hormus haben die Preise für Düngemittel in den vergangenen Wochen stark in die Höhe getrieben – zur Unzeit für die deutschen Landwirte, die sich mitten in der kritischen Phase der Frühjahraussaat befinden.
Die Kosten für wichtige Düngemittelsorten sind drastisch gestiegen: Kalkammonsalpeter (KAS) kostet mittlerweile 440 Euro pro Tonne – ein Anstieg um 63 Euro gegenüber dem Vormonat. Harnstoff in Granulatform hat sich noch stärker verteuert und liegt nun bei 694 Euro pro Tonne, 141 Euro mehr als noch im März. Auch Ammonnitrat-Kalk (AHL) folgt dem Trend und kletterte nach einem Preissprung von 49 Euro auf 413 Euro pro Tonne.
Der Preisschock kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Wintergetreide benötigt in der Wachstumsphase dringend Nährstoffe, während gleichzeitig die Aussaat für die Frühjahrskulturen läuft. Viele Betriebe hatten nur begrenzte Vorräte angelegt und stehen nun vor schwierigen Entscheidungen. Einige erwägen, auf stickstoffeffiziente Kulturen wie Soja umzusteigen – doch diese Option ist nicht für jeden Betrieb praktikabel.
Aktuell läuft eine Umfrage, um zu ermitteln, wie die Landwirte mit der Situation umgehen. Gefragt wird unter anderem, ob sie rechtzeitig Düngemittel eingekauft haben und wie sie die steigenden Kosten bewältigen wollen. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie stark die diesjährige Ernte unter den Preisturbulenzen leiden wird.
Die jüngsten Preissprünge verschärfen die ohnehin angespannte Lage der deutschen Landwirtschaft weiter. Mit laufender Aussaat und dringendem Nährstoffbedarf der Winterkulturen ist die finanzielle Belastung unmittelbar spürbar. Die Umfrageergebnisse werden bald zeigen, wie sich die Betriebe an die anhaltende Krise auf den Düngemittelmärkten anpassen.






