Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – Rostock rettet sein Volkstheater
Vesna DöhnDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – Rostock rettet sein Volkstheater
Zwei große Theaterprojekte in Deutschland haben erhebliche Rückschläge erlitten. In Düsseldorf wurden die Pläne für ein neues Opernhaus wegen explodierender Kosten aufgegeben. Unterdessen erhielt in Rostock das historische Volkstheater Denkmalschutz, wodurch die Abrisspläne gestoppt wurden.
Das ehrgeizige Vorhaben Düsseldorfs, ein von Snøhetta entworfenes Opernhaus zu bauen, scheiterte im November 2025. Die geschätzten Kosten von einer Milliarde Euro erwiesen sich als nicht tragbar. Oberbürgermeister Stephan Keller stoppte das Projekt, nachdem die Finanzierung auf rund 800 Millionen Euro angewachsen war. Die Stadt hatte bereits 137 Millionen Euro in die Vorbereitung des Wehrhahn-Geländes investiert. Stattdessen prüfen die Verantwortlichen nun eine Modernisierung des bestehenden Bonatz-Opernhauses, wobei die Kosten auf 400 bis 500 Millionen Euro veranschlagt werden.
In Rostock plante die CDU-geführte Landesregierung, das Volkstheater abzureißen, um Wohnungen zu errichten. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte große Teile des Gebäudes unter Schutz. Das 1943 erbaute Theater entwickelte sich später zu einem markanten Beispiel der DDR-Moderne. Hier fand 1965 auch die Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade statt. Der Bau eines neuen Theaters durch das Berliner Büro Hascher Jehle Architektur ist bereits im Gange.
Düsseldorf wird das Snøhetta-Opernhaus nicht weiterverfolgen, sondern setzt stattdessen auf die Aufwertung des bestehenden Standorts. Rostocks Volkstheater bleibt erhalten, sein historischer Wert ist nun rechtlich gesichert. Beide Städte passen ihre Kulturkonzepte an finanzielle und denkmalschützerische Vorgaben an.






