02 April 2026, 22:12

EMAF-Festival in Osnabrück löst mit palästinensischem Film politische Kontroverse aus

Plakat für ein Festival in München mit einem Bild einer Frau mit Menschen und B├Ąumen, sowie Text.

EMAF-Festival in Osnabrück löst mit palästinensischem Film politische Kontroverse aus

Europäisches Medienkunstfestival (EMAF) in Osnabrück löst mit Film einer palästinensischen Künstlerin Kontroverse aus

Die Entscheidung des Europäischen Medienkunstfestivals (EMAF) in Osnabrück, einen Kurzfilm der palästinensischen Künstlerin Alia Al-Sharif zu zeigen, hat für Aufsehen gesorgt. Sowohl die Stadt Osnabrück als auch die Landesregierung Niedersachsens distanzieren sich öffentlich von dem Schritt. Als Begründung führen die Verantwortlichen Al-Sharifs mutmaßlich antisemitische Positionen sowie ihre Verbindungen zur BDS-Bewegung an.

Das Festival hingegen hält an seiner Auswahl fest und stellt die Debatte in den Kontext einer größeren Diskussion über künstlerische Freiheit und politische Verantwortung. Die diesjährige Ausgabe des EMAF unter dem Motto "Eine unvollendete Versammlung" untersucht die Rolle von Kunst und Institutionen bei der Wahrung der Meinungsfreiheit. Al-Sharifs Kurzfilm "Morgenkreis" ist trotz der Einwände lokaler Behörden Teil des Programms. Ein Sprecher der Stadt Osnabrück erklärte, ihre Haltungen stünden im Widerspruch zu den Werten der Stadt. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) schloss sich dieser Position an und distanzierte auch die Landesregierung vom Festival.

Al-Sharif sieht sich Vorwürfen wegen Antisemitismus und ihrer Unterstützung für die BDS-Bewegung ausgesetzt, die zu Boykotten gegen Israel aufruft. Kritiker verweisen auf ihre Aktivitäten in sozialen Medien, darunter ein Halloween-Foto mit einem roten Dreieck – ein Symbol, das von manchen als provokativ gedeutet wird. Die künstlerische Leiterin des Festivals hingegen beschreibt ihre Beiträge als interpretationsoffen und differenziert.

Der EMAF-Vorstand verteidigt die Entscheidung und betont, dass Al-Sharifs Werke bereits in früheren Ausgaben gezeigt wurden. Zudem verweist man auf die langjährige Zusammenarbeit des Festivals mit palästinensischen Künstlern, aber auch mit jüdischen und israelischen Beitragenden. Unterdessen warnte Thomas Groß, Oberbürgermeisterkandidat der Linken, davor, palästinensische Stimmen unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung zum Schweigen zu bringen.

Die Landesregierung betonte, zwar die programmatische Autonomie des Festivals zu respektieren, lehne aber jede Form von Antisemitismus ab. Die BDS-Bewegung, 2005 gegründet, bleibt ein polarisierendes Thema. In Deutschland unterliegt sie rechtlichen Einschränkungen, und in mehreren US-Bundesstaaten verhindern Anti-BDS-Gesetze Verträge mit ihren Unterstützern.

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Die Vorstellung von Al-Sharifs Film wird wie geplant stattfinden – trotz der öffentlichen Kritik. Die Haltung des Festivals unterstreicht sein Bekenntnis zur künstlerischen Freiheit, während Stadt und Landesregierung an ihrer Ablehnung festhalten. Die Debatte spiegelt die größeren Spannungen um politische Äußerungen, Zensur und die Grenzen der Meinungsfreiheit in kulturellen Einrichtungen wider.

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