"Energyfish": Schwimmende Mini-Turbine revolutioniert Flussstrom aus München
Bela Winkler"Energyfish": Schwimmende Mini-Turbine revolutioniert Flussstrom aus München
Energyminer entwickelt schwimmende Kleinstturbine „Energyfish“ für Flüsse
Das Unternehmen Energyminer hat eine kompakte, schwimmende Strömungsturbine namens Energyfish entwickelt, die die Kraft von Flussströmungen nutzt, um Strom zu erzeugen und diesen ans Ufer zu leiten. Aktuell testet das Unternehmen die Technologie im Rahmen eines Pilotprojekts in München – in der Nähe eines herkömmlichen Wasserkraftwerks.
Eine einzelne Energyfish-Einheit misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Ihre maximale Leistung beträgt 6 Kilowatt, womit sie jährlich etwa 15 Megawattstunden erzeugen kann. Ein Schwarm aus 100 Einheiten könnte schätzungsweise 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern – genug, um rund 470 Haushalte mit Strom zu versorgen.
Der erste groß angelegte Schwarm mit 124 Einheiten wird derzeit in St. Goar am Rhein installiert. Diese Anlage wird einige hundert Kilowatt im Durchschnitt erzeugen und zählt damit zur dezentralen Stromerzeugung, nicht jedoch zu den großen Energiequellen. Die gestützten Stromgestehungskosten von Energyfish liegen laut Angaben bei etwa 8 Cent pro Kilowattstunde, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über eine Projektlaufzeit von 20 Jahren.
Laut Energyminer ermöglicht das System eine rund um die Uhr verfügbare Stromerzeugung, funktioniert bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit, ist hochwasserresistent und schadet Fischen nicht. Zudem erfordert es nur minimalen Wartungsaufwand, lässt sich schnell installieren und stößt auf weniger Genehmigungshürden als klassische Wasserkraft. Für netzgebundene europäische Gemeinden konkurriert Energyfish in Sachen Kosteneffizienz mit Solarenergie, Windkraft, Batteriespeichern, Lastflexibilität und anderen sauberen Energieoptionen.
Im Vergleich zu Solar- oder Windanlagen bietet das Energyfish-System eine zwar bescheidene, aber stetige Stromproduktion. Es ist nicht als Ersatz für steuerbare Kraftwerke oder netzplanerische Lösungen gedacht, stellt jedoch eine zuverlässige Kleinstalternative dar. Dank seiner Kostenstruktur und Effizienz eignet es sich als lokale Energiequelle – vor allem an geeigneten Flussstandorten.
