25 June 2026, 14:12

Entwicklungshilfe in der Krise: NGO-Chefs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe in der Krise: NGO-Chefs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes haben am Mittwoch ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik vorgestellt. Mathias Mogge und Joshua Hofert warnten, dass sich verschärfende Krisen, Kriege und der Klimawandel den Druck auf die Entwicklungszusammenarbeit weiter erhöhen. Sie forderten dringende Reformen, um die Wirksamkeit und Zielgerichtetheit der Hilfe zu verbessern.

Mogge und Hofert betonten, dass die Entwicklungszusammenarbeit die Bedürfnisse der Partnerländer in den Mittelpunkt stellen müsse. Reformen dürften nicht allein von Berlin aus gesteuert werden, sondern müssten von Anfang an lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen einbeziehen. Die Nichtregierungsorganisationen begrüßten zwar die Neuausrichtung der Entwicklungspolitik, kritisierten jedoch das Fehlen einer kohärenten Strategie in den aktuellen Plänen.

In dem gemeinsamen Bericht wird hervorgehoben, dass Hilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben müsse. Sie dürfe nicht an Sicherheits-, Migrations- oder geopolitische Interessen geknüpft werden. Beide Organisationen wiesen zudem darauf hin, wie wichtig es sei, die Qualität der Hilfe zu verbessern – und nicht nur die Mittel aufzustocken.

Seit 2022 hat die Bundesregierung das Budget für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Für 2027 sind weitere Kürzungen geplant, obwohl gefordert wird, die Mittel für humanitäre Hilfe von einer Milliarde Euro im kommenden Jahr auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Mogge unterstrich den dringenden Bedarf an präventiven Maßnahmen statt nur an Krisenreaktionen.

Die Organisationen betonten zudem, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann erfolgreich sein könne, wenn sie mit lokalen Akteuren abgestimmt werde. Sie riefen die Bundesregierung auf, die Spannung zwischen eigenen Interessen und denen der Partnerländer zu überwinden. Als zentrale Schritte wurden Bürokratieabbau und mehr Autonomie für die Zivilgesellschaft vorgeschlagen.

Der Bericht plädiert für inklusivere und transparente Entscheidungsprozesse in der Entwicklungspolitik. Gleichzeitig wird eine höhere Finanzierung der humanitären Hilfe gefordert, um den wachsenden globalen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Vorschläge zielen darauf ab, dass die Hilfe wirksam bleibt und auf lokale Bedürfnisse eingeht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle