23 May 2026, 20:14

Erlanger Stadtrat verbietet "sexistische" Partyhits beim Bergkirchweih

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Erlanger Stadtrat verbietet "sexistische" Partyhits beim Bergkirchweih

Erlangens Stadtrat stufte Party-Klassiker als „sexistisch“ ein und rät Wirten, sie beim Bergkirchweih nicht zu spielen

Der Erlanger Stadtrat hat mehrere klassische Partyhits als „sexistisch“ eingestuft und Gastwirte aufgefordert, diese beim diesjährigen Bergkirchweih, dem traditionellen Volksfest der Stadt, nicht abzuspielen. Der Schritt folgt einer Beschwerde über Belästigungen und die durch bestimmte Lieder geschaffene Atmosphäre. Rund eine Million Besucher werden zu dem Fest erwartet, das die Stadt „frei von Diskriminierung“ gestalten möchte.

Auslöser für die Entscheidung war eine Beschwerde aus dem Jahr 2023: Eine Frau hatte berichtet, auf dem Fest begrapscht worden zu sein. Zudem behauptete sie, die gespielte Musik habe zu einem unangenehmen Umfeld beigetragen. Daraufhin erstellte die Stadt eine Liste mit Titeln, die als „frauenfeindlich“ oder „problematisch“ eingestuft wurden – ein Verbot kann sie jedoch nicht verhängen.

Bereits 2021 hatte der Stadtrat Position bezogen und Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ verurteilt. Dieser Beschluss wurde von CSU, Linken und SPD unterstützt. Nun stehen Gastwirte unter Druck, sich an die Empfehlungen zu halten, da viele auf das Wohlwollen der Stadt für Genehmigungen und Förderung angewiesen sind.

Künstler reagierten scharf auf die Einschränkungen. Peter Wackel, dessen Hit Joana die Zeile Du geile Sau enthält, erklärte, immer mehr Künstler hätten wegen der zunehmenden Zensur keine Lust mehr, in Deutschland aufzutreten. Jürgen Thurnau, Frontmann der Spider Murphy Gang, ging noch weiter und verglich die Situation mit den kulturellen Gängelungen in der DDR.

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Wirtshausbesitzer zeigen sich hingegen skeptisch, ob die Liste überhaupt Wirkung zeigt. Einige fragen sich, ob das Meiden bestimmter Lieder das Verhalten auf dem Fest wirklich ändern wird.

Die städtischen Vorgaben bringen die Gastwirte in eine schwierige Lage: Sie müssen zwischen Tradition und neuen Erwartungen abwägen. Während die Stadt auf ein inklusiveres Fest drängt, bleibt die Debatte über Musik und Meinungsfreiheit bestehen. Der Bergkirchweih wird unter diesen Richtlinien stattfinden – die Veranstalter hoffen auf ein sicheres Fest.

Quelle