EU-Digitales Identitäts-Wallet startet 2024 – doch Sicherheitslücken sorgen für Kritik
Dorit GierschnerEU-Digitales Identitäts-Wallet startet 2024 – doch Sicherheitslücken sorgen für Kritik
Die EU treibt die Einführung ihres Digitalen Identitäts-Wallets voran – ein neues System für sichere Online- und Offline-Identitätsprüfungen. Nutzer sollen damit Dokumente digital verwalten und die Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten. Das Projekt baut auf dem bestehenden deutschen elektronischen Identitätssystem auf und zielt darauf ab, lokale, regionale und nationale Behörden zu vernetzen.
Im April stellte die Europäische Kommission eine Altersverifikations-App vor, die künftig in das Digitale Identitäts-Wallet integriert werden soll. Kurz nach der Präsentation durch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gelang es IT-Sicherheitsexperten, die App erfolgreich zu hacken.
Gleichzeitig vorangetrieben werden Pläne zur Überwachung von Online-Chats. Die rechtliche Grundlage für die freiwillige Kontrolle durch Tech-Unternehmen lief im April aus. Die Verhandlungen über eine dauerhafte Regulierung sollen Ende Juni wiederaufgenommen werden. Die EU arbeitet weiterhin an Möglichkeiten, Verschlüsselung zu umgehen, etwa durch Methoden wie Client-side Scanning.
Der erste Gipfel für digitale Innovatoren, die an dem Wallet arbeiten, findet am 25. Juni 2023 in Berlin statt. Der vollständige Start des EU-Digitalen Identitäts-Wallets ist für Januar geplant – jedes Mitgliedland muss dann eine Version auf Basis gemeinsamer Standards einführen. Das Wallet soll EU-weit Altersprüfungen, Identitätsnachweise und sicheres Dokumentenmanagement ermöglichen. Die Mitgliedstaaten bereiten sich darauf vor, das System im kommenden Jahr einzuführen. Unterdessen laufen die Diskussionen über Chat-Überwachung und Datensicherheit weiter.






