05 April 2026, 10:14

EU-Kommission lockert Emissionshandel: Chemieindustrie behält kostenlose CO₂-Zertifikate

Eine Europakarte mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Kommission lockert Emissionshandel: Chemieindustrie behält kostenlose CO₂-Zertifikate

EU-Kommission stellt Schlüsselreformen des Emissionshandels vor

Die Europäische Kommission wird in dieser Woche zentrale Reformen des EU-Emissionshandelsystems (ETS) vorlegen. Zu den Änderungen gehört, dass energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie auch nach 2034 weiterhin kostenlose CO₂-Zertifikate erhalten sollen. Damit rückt die Behörde von früheren Plänen ab, diese schrittweise durch den Grenzausgleichsmechanismus CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) zu ersetzen.

Zu den Reformen zählt zudem die dauerhafte Abschaffung der Zertifikatstreichungen im Marktstabilitätsreservoir (MSR). Die für Mittwoch erwarteten Vorschläge der Kommission stellen eine deutliche Kurskorrektur im ETS-Rahmen dar. Statt die kostenlosen Zuteilungen auslaufen zu lassen, behalten Branchen wie die Chemieindustrie diese auch über 2034 hinaus. Dies steht im Widerspruch zu den ursprünglichen Absichten, vollständig auf das CBAM-System umzustellen.

Eine umfassendere Überarbeitung des ETS ist für Juli geplant, wobei weitere Entlastungen für bestimmte Sektoren möglich sind. Zwar sehen Entwürfe Anpassungen der Benchmarks für die Chemieindustrie vor, doch bleiben branchenspezifische Maßnahmen noch unklar.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Evonik-Chef Christian Kullmann hatte das ETS zuvor scharf kritisiert und dessen Abschaffung oder grundlegende Reform gefordert. Gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese verfasste er einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem er praktikable Kompromisse bei der Ausgestaltung des Systems anmahnt.

Die dauerhafte Streichung der Zertifikatslöschungen im MSR bildet einen weiteren Kernpunkt der Reform. Diese Änderung soll den CO₂-Markt stabilisieren, indem die Entnahme überschüssiger Zertifikate verhindert wird.

Die Reformen verlängern die kostenlosen CO₂-Zuteilungen für die Industrie und schaffen die Zertifikatsstreichungen im MSR ab. Eine vollständige Überprüfung des ETS ist für Juli vorgesehen, wobei weitere Anpassungen für energieintensive Branchen möglich sind. Die Vorschläge der Kommission spiegeln einen Ausgleich zwischen Klimazielen und den Belangen der Wirtschaft wider.

Quelle