19 June 2026, 18:09

EU-Paket zur Technologiesouveränität ignoriert Open-Source-Hardware – ein kritischer Fehler?

Ohne Open-Source-Hardware gibt es keine EU-Tech-Souveränität

EU-Paket zur Technologiesouveränität ignoriert Open-Source-Hardware – ein kritischer Fehler?

EU-Technologiesouveränitätspaket vernachlässigt Open-Source-Hardware

Das Technologiesouveränitätspaket der EU hat Aufmerksamkeit erregt – allerdings wegen seiner Lücken bei der Behandlung von Open-Source-Hardware. Zwar thematisiert der Plan Software und digitale Infrastruktur, doch die spezifischen Herausforderungen der Hardwareentwicklung bleiben weitgehend unberücksichtigt. Experten fordern eine stärkere Ausrichtung, um Abhängigkeiten zu verringern und Innovationen in diesem entscheidenden Bereich voranzutreiben.

Open-Source-Hardware bietet ähnliche Vorteile wie Open-Source-Software – etwa Transparenz, Prüfbarkeit und Anpassungsfähigkeit. Doch die physische Natur von Hardware bringt zusätzliche Komplexitäten mit sich, insbesondere bei der Stack-Kohärenz und technologischen Souveränität. Zwar erwähnt das Paket kurz RISC-V und Open-Source-EDA-Tools (Electronic Design Automation), eine umfassende Strategie für die Hardwareentwicklung fehlt jedoch.

Europa verfügt derzeit über kein einheimisches Unternehmen, das in der Lage wäre, Hochleistungs-Server für Rechenzentren zu entwickeln und zu fertigen. Der Fachkräftemangel in Chipdesign und EDA erschwert die Fortschritte zusätzlich, da Hardwareentwicklung andere Kompetenzen erfordert als die Softwarebranche. Die im Paket vorgesehenen Maßnahmen zur Ausbildung und Qualifizierung decken diese Lücke nicht ausreichend ab.

Um seine Position zu stärken, könnte die EU einen von der Europäischen Kommission unterstützten Hardware-Katalog schaffen sowie eine Plattform nach dem Vorbild eines „GitHub für Hardware“ einrichten. Die Ausweitung des Prinzips „Öffentliches Geld, öffentlicher Code“ auf Hardware könnte zudem Verschwendung reduzieren und kommerzielle Alternativen fördern. Ohne solche Schritte droht Europa in Sachen Hardware-Souveränität weiter zurückzufallen.

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Das Technologiesouveränitätspaket behandelt Open-Source-Hardware bisher nur am Rande. Ein ganzheitlicherer Ansatz ist nötig, um Fachkräftemangel, Design-Herausforderungen und Fertigungsabhängigkeiten anzugehen. Nur so kann Europa die Kontrolle über seine technologische Zukunft sichern.

Quelle