Gewerkschafterin warnt: Deutschlands Wirtschaft steckt seit Jahren in der Krise fest
Vesna DöhnGewerkschafterin warnt: Deutschlands Wirtschaft steckt seit Jahren in der Krise fest
Yasmin Benner, eine führende Gewerkschaftsvertreterin, hat gewarnt, dass die wirtschaftliche Lage Deutschlands nach sechs Jahren Stagnation weiterhin prekär bleibt. Sie betonte die Notwendigkeit gezielter Industriepolitiken, um global mit den USA und China konkurrieren zu können.
Benner lehnte zudem Forderungen nach einer Reform der Arbeitszeitregelungen ab und argumentierte, dass stattdessen bessere Qualifizierungsmaßnahmen und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen Vorrang haben sollten.
Zur wirtschaftlichen Situation erklärte Benner, der aktuelle Zustand sei „sehr ernst“ – seit einem halben Jahrzehnt gebe es kein Wachstum. Sie bestand darauf, dass Deutschland seine Industriestrategie fokussieren müsse, um im Wettbewerb mit China und den USA bestehen zu können. Ein fairer „Wettbewerb auf Augenhöhe“ im Welthandel existiere ihrer Ansicht nach nicht mehr.
Kritik übte sie an vagen Ausgabenplänen und warnte sowohl vor unüberlegten Kürzungen als auch vor undifferenzierten Finanzspritzen. Stattdessen forderte sie klare Investitionsprioritäten, um langfristiges Wachstum zu fördern. Gleichzeitig machte Benner deutlich, dass sich die Gewerkschaften nicht in Regierungsaufgaben einmischen würden – eine „Koalitionsrunde 2.0“ werde es nicht geben.
Bei den Arbeitsmarktreformen lehnte sie Vorschläge zur Änderung der Arbeitszeiten ab. Ihr Fokus liege auf der Weiterbildung der Beschäftigten und der Verbesserung der Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Zugleich bekräftigte sie ihr Engagement, Arbeitnehmer:innen zu unterstützen, die mit steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben.
Trotz ihrer Kritik zeigte sich Benner bereit, mit der Bundesregierung zusammenzuarbeiten. Sie rief zu gemeinsamen Anstrengungen auf, um Deutschlands Position als Industrienation durch kluge Investitionen zu stärken.
Benners Äußerungen unterstreichen den Appell nach strukturierten Industriepolitiken statt breiter wirtschaftlicher Umwälzungen. Sie sieht die Zusammenarbeit mit der Regierung als entscheidend an, pocht jedoch auf klare Grenzen zwischen gewerkschaftlichen und staatlichen Verantwortungsbereichen. Der Fokus, so ihre Argumentation, müsse auf gezieltem Wachstum und der Unterstützung der Beschäftigten in einem herausfordernden globalen Markt liegen.






