23 May 2026, 16:17

Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsenden Antifeminismus und Hassangriffe

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Gleichstellungsbeauftragte kämpfen gegen wachsenden Antifeminismus und Hassangriffe

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich wachsender Feindseligkeit ausgesetzt, während antifeministische Angriffe immer häufiger werden. Aktuelle Berichte dokumentieren Vandalismus, Budgetkürzungen und offene Aggression gegen ihre Arbeit. Gleichzeitig werden auch symbolische Aktionen wie orangefarbene Bänke – Teil einer UN-Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt – in mehreren Städten beschädigt.

Ein kürzlich abgehaltener Kongress in Lübeck brachte 70 Gleichstellungsbeauftragte zusammen, um über das sich verschlechternde Klima zu beraten. Unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ tauschten sie Strategien des Widerstands aus und bauten Unterstützungsnetzwerke auf. Viele beschrieben das Gefühl der Isolation: 63 Prozent berichteten von Angriffen auf ihre Arbeit, 40 Prozent erlebten innerhalb von nur zwei Jahren sogar mehrere Vorfälle.

Antifeminismus, mittlerweile als organisierte politische Bewegung anerkannt, zielt zunehmend auf Gleichstellungsinitiativen ab. Die Meldestelle Antifeminismus verzeichnete allein 2024 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg berichtete, rechtsextreme Aktivist:innen seien vor ihrer Haustür aufgetaucht, sodass sie um ihre Sicherheit fürchte.

Auch die UN-Kampagne Orange the World, die mit leuchtend orangen Bänken auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam macht, gerät ins Visier. In Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler wurden solche Bänke beschädigt oder mit Parolen beschmiert. Die Teilnehmer:innen des Kongresses betonten, wie dringend sie mehr Rückhalt von ihren eigenen Verwaltungen und bessere Strategien zur Selbstfürsorge brauchen, um dem Druck standzuhalten.

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Budgetkürzungen und mangelnde institutionelle Unterstützung verschärfen die Lage zusätzlich. Viele Beauftragte sind inzwischen auf informelle Netzwerke angewiesen, um Ressourcen und Bewältigungsstrategien auszutauschen. Der Kongress zeigte, wie Solidarität und gemeinsames Handeln helfen können, gegen die wachsende Gegenbewegung vorzugehen.

Angesichts der Zunahme an Angriffen müssen Gleichstellungsbeauftragte sich schnell anpassen. Mit steigendem Vandalismus, politischem Druck und persönlichen Bedrohungen hängt ihre Arbeit zunehmend von stärkeren Bündnissen und institutioneller Unterstützung ab. Die einst als Fortschrittssymbole gedachten orangen Bänke stehen heute für den Widerstand, dem sie täglich begegnen.

Quelle