Grüne setzen auf radikale Klimapolitik und kostenlosen Nahverkehr für junge Wähler
Dorit GierschnerGrüne setzen auf radikale Klimapolitik und kostenlosen Nahverkehr für junge Wähler
Die Grünen haben ihr Wahlprogramm für die anstehende Landtagswahl finalisiert. Auf einem Parteitag in Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern, präsentierte die Co-Vorsitzende Franziska Brantner ehrgeizige Klimaschutz- und Verkehrspolitik. Die Partei setzte sich dabei das ambitionierte Ziel, bereits bis 2035 klimaneutral zu werden – ganze zehn Jahre vor dem aktuellen Landesziel von 2045.
In ihrer Rede kritisierte Brantner scharf die Energiepolitik der Bundesregierung. Sie warf Wirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, Investitionen in erneuerbare Energien gekürzt zu haben. Zudem forderte sie Bundeskanzler Friedrich Merz auf, Russlands „Schattenflotte“ von Öltankern zu beschlagnahmen, um die Energiesicherheit zu stärken.
Das Programm der Grünen sieht tiefgreifende Reformen im Verkehrssektor vor. Vorgeschlagen werden ein stündlicher Takt im Öffentlichen Nahverkehr sowie ein kostenloses bundesweites Nahverkehrsticket für alle unter 27 Jahren. Ein weiterer zentraler Punkt ist der „Erneuerbare-Nachbarschafts-Bonus“, der Anwohner von Wind- und Solarparks von Netzentgelten befreien soll.
Spitzenkandidatin Claudia Müller erhielt auf dem Parteitag große Unterstützung und erntete für ihre Rede stehende Ovationen. Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen Klimaschutz, Naturschutz und der Meeresschutz. Aktuelle Umfragen sehen die Grünen bei vier Prozent – knapp über der Fünf-Prozent-Hürde, die für den Wiedereinzug in den Landtag nötig ist.
Kritik übten die Grünen auch an der rot-roten Landesregierung. deren Entscheidung, das Ziel der Klimaneutralität von 2040 auf 2045 zu verschieben, bezeichneten sie als Rückschritt.
Mit einem klaren Programm gehen die Grünen nun in die heiße Phase des Wahlkampfs. Ihre Positionen zu Verkehr, erneuerbaren Energien und Emissionsreduktion heben sie deutlich von der aktuellen Regierung ab. Die Wahl wird zeigen, ob es der Partei gelingt, nach den Verlusten der letzten Wahl wieder in den Landtag einzuziehen.






