12 June 2026, 12:09

Halles Poller-Streit: Sicherheitsmaßnahme oder übertriebene Abschottung?

Empörung auf der Barstraße in Halle (Saale): Wirte rebellieren gegen die WM-Sicherheitsbarrieren der Stadt - sie wollen kaum Fußball zeigen

Halles Poller-Streit: Sicherheitsmaßnahme oder übertriebene Abschottung?

In der Stadt Halle (Saale) wurden entlang der Kleinen Ulrichstraße vorübergehend ausfahrbare Poller installiert. Die Maßnahme soll den Autoverkehr reduzieren und gefährliches Fahren während der Fußball-Weltmeisterschaft verhindern. Lokale Geschäftsinhaber kritisieren die Entscheidung scharf als überzogen und schädlich für das Flair des Viertels.

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In der Kleinen Ulrichstraße befinden sich zwölf Gaststätten, darunter das Café Roter Horizont, die Haley Bar und das Connoisseur. Kaum eines der Lokale plant jedoch, WM-Spiele zu übertragen – nur drei Betriebe zeigen überhaupt Partien. Die Geschäftsleute halten die Absperrungen für unnötig, da ohnehin kaum Fans in der Straße erwartet werden.

Die Stadt rechtfertigt die Poller als Sicherheitsvorkehrung gegen „Protzfahrten“ und zum Schutz von Fußballfans. Die Barrieren können abends und nachts hochgefahren werden. Die Betreiber der Lokale werfen der Stadt jedoch vor, sie ohne Absprache übergangen zu haben – ihre Meinung sei bei der Entscheidung ignoriert worden.

Statt der Poller schlagen die Geschäftsleute gezielte Polizeistreifen an belebten Abenden vor. Bußgelder aus solchen Kontrollen würden die Kosten decken und seien weniger einschneidend, argumentieren sie. Manche bezeichnen die Absperrungen als „militaristisch“ und „völlig übertrieben“ und warnen vor dauerhaften Schäden für das Straßenbild.

Trotz des Widerstands der Anwohner sind die ausfahrbaren Poller nun installiert. Die Stadt hält sie für notwendig, um während des Turniers die Sicherheit zu gewährleisten. Der Streit zeigt, wie offizielle Sicherheitsmaßnahmen und die Interessen der direkt Betroffenen aufeinanderprallen.

Quelle