14 March 2026, 12:14

HeidiFest spaltet München: Zwischen Hype und Traditionskritik

Eine große Gruppe von Menschen sitzt an Tischen unter einem Zelt auf dem Oktoberfest in München, Deutschland, einige stehen und Taschen sind auf den Tischen zu sehen, sowie Zelte, Lichter und Fahnen im Hintergrund.

HeidiFest spaltet München: Zwischen Hype und Traditionskritik

Ein neues Vor-Oktoberfest-Event namens HeidiFest hat in München eine hitzige Debatte ausgelöst. Organisiert von Supermodel Heidi Klum im historischen Hofbräuhaus, zog die Feier massive Aufmerksamkeit in den sozialen Medien und riesige Menschenmengen an. Doch Traditionalisten, darunter der langjährige Oktoberfest-Wirt Christian Schottenhamel, kritisieren das Spektakel als geschmacklosen Auftritt, der die bayerische Kultur verfälsche.

Das HeidiFest fand kurz vor der offiziellen Eröffnung des Oktoberfests statt und diente gleichzeitig als Live-TV-Show, die auf ProSieben übertragen wurde. Klums Event lockte über 200.000 Besucher an – deutlich mehr als die üblichen 100.000 bis 150.000 Tagesgäste beim eigentlichen Oktoberfest. In den sozialen Netzwerken verbreiteten sich virale Memes und TikTok-Clips mit mehr als fünf Millionen Aufrufen, während Influencer das Event als frische, inklusive Alternative feierten.

Lokale Medien wie die Süddeutsche Zeitung berichteten zwar über den Erfolg der Veranstaltung, hoben aber auch die Kritik hervor. Einige Besucher bemängelten Überfüllung und Rassismusvorwürfe, was zu einer ambivalenteren Berichterstattung führte als sonst beim traditionell positiv dargestellten Oktoberfest. Klum selbst zeigte sich später auch auf dem offiziellen Oktoberfest – begleitet von anderen Prominenten.

Schottenhamel, ein bekannter Münchner Wirt, verurteilte das HeidiFest als peinlich. Die Bilder von "mit Botox behandelten Frauen, üppigen Dekolletés, C-Promis und kitschigen Dirndln" seien eine Verzerrung der bayerischen Identität, so seine Kritik. Auch der Name HeidiFest irritierte ihn, ebenso wie die Absperrung von Straßen für Ankünfte wie die Kutschenprozession der Familie Kaulitz. Aus seiner Sicht wirft das Event ein schlechtes Licht auf München und Bayern, indem es deren Traditionen auf eine "protzig inszenierte TV-Show" ohne Echtheit reduziere.

Das HeidiFest spaltet die Meinungen. Während die riesige Besucherzahl und der Online-Hype seine Anziehungskraft beweisen, werfen Kritiker ihm vor, das kulturelle Erbe Münchens zu untergraben. Die Diskussion dreht sich nun darum, ob solche Events neben – oder gar anstelle – traditioneller Feste wie dem Oktoberfest existieren sollten.

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