Hettich-Mitarbeiter verzichten auf 3,1-Prozent-Lohnerhöhung wegen finanzieller Krisen
Dorit GierschnerHettich-Mitarbeiter verzichten auf 3,1-Prozent-Lohnerhöhung wegen finanzieller Krisen
Beschäftigte des Möbelzulieferers Hettich haben sich darauf geeinigt, eine anstehende Gehaltserhöhung zu verschieben. Von der Entscheidung betroffen sind Tausende Mitarbeiter, die nun auf eine ursprünglich zum 1. April fällige Lohnerhöhung von 3,1 Prozent verzichten. Das Unternehmen begründet den Schritt mit finanziellen Herausforderungen und gibt an, dadurch mehrere Millionen Euro einsparen zu können.
Hettich hatte vorgeschlagen, die Erhöhung um ein volles Jahr aufzuschieben – mit Verweis auf wirtschaftliche Belastungen. Mindestens 90 Prozent der Belegschaft stimmten dem Angebot zu, was bedeutet, dass die meisten in den kommenden zwölf Monaten auf über 1.000 Euro zusätzliches Einkommen verzichten müssen.
Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die Entscheidung scharf und warf dem Unternehmen vor, unzulässigen Druck auf die Beschäftigten auszuüben. Hettich wies diese Vorwürfe zurück und betonte, dass die Mitarbeiter frei entscheiden konnten.
Die vereinbarte Erhöhung hätte die Löhne um 3,1 Prozent steigen lassen. Angesichts der stark gestiegenen Inflation in Deutschland – der Index erreichte im Februar 2026 123,1 Punkte, ein Anstieg um 20,8 Prozent seit 2020 – könnte die Verschiebung die Haushaltsbudgets der Beschäftigten weiter belasten. Das Unternehmen gab keine Details dazu bekannt, wie sich die allgemeine Wirtschaftslage auf seine Rentabilität auswirkt.
Durch die aufgeschobene Gehaltserhöhung dürften für Hettich Kosten in Millionenhöhe entfallen. Die Mitarbeiter müssen nun ein weiteres Jahr auf die geplante Lohnerhöhung warten. Die Kritik der Gewerkschaft unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Arbeitgebern und Belegschaften in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.






