Historischer Bruch: ZDK und ZVK beenden jahrzehntelange Automobil-Partnerschaft
Rebekka LangernHistorischer Bruch: ZDK und ZVK beenden jahrzehntelange Automobil-Partnerschaft
Eine langjährige Partnerschaft im deutschen Automobilsektor ist beendet. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Zentralverband Deutches Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK) haben nach monatelangen Spannungen offiziell ihre Wege getrennt. Der Bruch folgt auf Satzungsreformen, die im Januar in Kraft traten und die der ZDK als notwendig für mehr Transparenz und Modernisierung bezeichnet.
Der Streit geht jedoch über juristische Auseinandersetzungen um Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen hinaus. Tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten über Vertretung und Governance haben die beiden Verbände entzweit – mit der Folge, dass Werkstätten und Autohäuser nun zwischen den Fronten stehen.
Die Trennung wurde besiegelt, nachdem der ZDK dem ZVK vorwarf, ein "bewusst herbeigeführtes Szenario" erzwungen zu haben, um die Spaltung voranzutreiben. Gemeinsame Personen in Gremien wurden abberufen, und eine strikte institutionelle Trennung ist nun vollzogen. Den neuen Regeln zufolge muss mindestens ein Vertreter der Handwerksführung einbezogen werden, während zentrale Personalentscheidungen künftig der Mitgliederversammlung obliegen.
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler verteidigten die Reformen als Schritt, um "die Realitäten der Branche" widerzuspiegeln und die Transparenz zu erhöhen. Doch Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün vom ZVK argumentierte, nur der Handwerksverband könne Werkstätten glaubwürdig vertreten. Der ZVK beharrt weiterhin darauf, die wahre Stimme der unabhängigen Kfz-Werkstätten und Reparaturbetriebe zu sein.
Um Mitgliederschwund zu verhindern, baut der ZDK neue, direkte Wege für Werkstätten auf, um sich der Bonner Zentrale anzuschließen. Gleichzeitig will der Verband sein Engagement in Schlüsselregionen ausweiten und markengebundene Autohäuser für seine neu ausgerichtete Strategie gewinnen. Trotz der Trennung lässt der ZDK die Tür für eine mögliche künftige Zusammenarbeit offen – vorausgesetzt, der ZVK akzeptiert die neue Organisationsstruktur.
Rechtliche Streitigkeiten um Prüfgebühren, einst ein zentraler Zankapfel, haben inzwischen an Bedeutung verloren. Beobachter sehen die eigentlichen Ursachen für die Spaltung nun in langjährigen Konflikten um Einfluss, Mitgliederkontrolle und die Frage, wie die Interessen des deutschen Kfz-Gewerbes am besten vertreten werden können.
Die Trennung zwingt Werkstätten und Autohäuser nun, sich zwischen den beiden Verbänden zu entscheiden. Während der ZDK aktiv über neue Kanäle Mitglieder wirbt, beharrt der ZVK darauf, der einzige glaubwürdige Vertreter der Handwerksbetriebe zu sein. Beide Seiten signalisieren vorerst keine Bereitschaft zur Versöhnung – die Branche muss sich damit an eine gespaltene Landschaft anpassen.