Hitzige Bundestagsdebatte: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Dorit GierschnerHitzige Bundestagsdebatte: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Im Bundestag ist eine hitzige Debatte über die zunehmende Gewalt und Mobbing an deutschen Schulen entbrannt. Die rechtspopulistische AfD (Alternative für Deutschland) warf Saskia Esken, der SPD-Vorsitzenden des Bildungsausschusses, vor, das Problem zu verharmlosen. Esken bestätigte zwar den Anstieg der Vorfälle, wies jedoch den von der AfD hergestellten Zusammenhang mit Migration als unbegründet zurück.
Auslöser des Streits waren zwei Anträge der AfD. Einer forderte eine bessere Erfassung von Schulgewalt, der andere zielte auf religiös motiviertes Mobbing ab. Esken konterte, das Problem liege vor allem im mangelnden Training zur Konfliktlösung bei Jugendlichen. Die Behauptung, Migration spiele dabei eine Rolle, wies sie als "nicht das Problem" in den Schulen zurück.
Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch widersprach vehement. Sie führte die steigende Gewalt direkt auf "massive Probleme durch Migration" zurück. Unterdessen zeigen Polizeistatistiken einen deutlichen Anstieg gewalttätiger Vorfälle in allen Bundesländern. Auch Cybermobbing hat stark zugenommen und betrifft mittlerweile fast jeden fünften Schüler.
Vertreter von Union, Grünen und Linken erkannten zwar die Problematik an, kritisierten jedoch den Ansatz der AfD. Die Anträge seien vereinfachend und undifferenziert, hieß es. Schließlich wurden die Vorlagen zur weiteren Prüfung an die zuständigen Ausschüsse überwiesen.
Die Debatte offenbart tiefe Gräben bei der Ursachensuche für Schulgewalt. Während Esken auf Konfliktlösungstrainings setzt, macht die AfD Migration als zentralen Faktor aus. Mit der Ausschussprüfung der Anträge wird die Diskussion in den kommenden Monaten weitergehen.






