Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Kulturglanz und kolonialer Kritik
Bela WinklerHumboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Kulturglanz und kolonialer Kritik
Das Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Glanz und Kontroverse
Vor fünf Jahren eröffnete das Humboldt Forum als prächtiger Kulturort in Berlin. Unter seiner kreuzgekrönten Kuppel beherbergt es das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Von Anfang an sah es sich wegen seiner kolonialen Verstrickungen und palastartigen Architektur Kritik ausgesetzt.
Seit seiner Eröffnung hat das Forum ein breites Spektrum an Veranstaltungen angeboten – vom mexikanischen Día de los Muertos bis zu Diskussionsrunden über globale Themen. Ein bevorstehender Vortrag widmet sich einem verschwundenen Fluss im Süden Brasiliens und spricht damit ein spezialisiertes Publikum an.
Die Debatten um Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt wurden lauter, je konkreter das Projekt Gestalt annahm. Künstlerinnen wie Sarah Ama Duah hinterfragen mit Werken wie to build to bury to remember traditionelle Blickwinkel und präsentieren Objekte als eigenständig – jenseits des kolonialen Blicks.
Trotz seines ambitionierten Programms kämpft das Forum mit mangelndem lokalem Interesse. Die jährlichen Besucherzahlen der Ausstellungen liegen bei rund 634.000 – weit unter denen des Louvre. Viele Gäste verweilen nur für ein Foto im Innenhof. Auch die abgelegene Lage ohne nahegelegene Gastronomie oder Einkaufsmöglichkeiten macht längere Besuche weniger attraktiv.
Das Humboldt Forum bleibt ein polarisierendes Wahrzeichen. Seine kulturellen Angebote haben es bisher nicht geschafft, seinen Ruf als Touristenattraktion zugunsten eines lebendigen Gemeinschaftsorts zu ändern. Die Besuchergewohnheiten und anhaltenden Debatten zeigen: Seine Rolle in der Berliner Kulturszene ist noch im Fluss.
