30 March 2026, 10:14

Hunderte protestieren in Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern Taten statt Worte

Gruppe von Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift 'Du kannst uns nicht unterdr"ucken, vereine dich widerstehe Feminist' auf einer Stra{\ss}e, mit einem Fahrrad in der N"ahe und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Hunderte protestieren in Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern Taten statt Worte

Über 500 Menschen versammelten sich am Sonntag im Bonner Stadtzentrum, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Kundgebung folgte einem größeren Marsch in Köln am Vortag, an dem trotz Kälte und Regen mehr als 5.000 Teilnehmende mitgewirkt hatten. Organisiert wurde die Demonstration von einem Bündnis lokaler Parteien – Grünen, CDU, SPD und Volt –, was die wachsende öffentliche Besorgnis über das Thema unterstreicht.

Die Protestaktion fand vor dem alten Rathaus am Marktplatz statt. Viele Demonstrantinnen und Demonstranten hielten Schilder hoch, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf Cindy Laupers "Girls Just Wanna Have Fun". Jede Rednerin und jeder Redner forderte Männer auf, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen.

Eine aktuelle Untersuchung von Der Spiegel zu den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, hatte die Debatte über digitale Gewalt neu entfacht. Die öffentliche Aufmerksamkeit zwang die Bundesregierung, die geplanten Rechtsreformen zu beschleunigen. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) treibt nun Maßnahmen voran, um nicht einvernehmliche Nacktaufnahmen, Deepfakes und unerlaubte Überwachung wie Spyware unter Strafe zu stellen. Geprüft werden zudem Regelungen, die Anbieter verpflichten sollen, IP-Adressen an Opfer weiterzugeben. Diese Vorhaben, die durch den Regierungszusammenbruch 2025 verzögert worden waren, befinden sich Anfang 2026 noch in der internen Abstimmung.

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Auf der Bonner Kundgebung forderten Politikerinnen der CDU-Frauen-Union strengere Schutzmaßnahmen für Frauen – ihre Appelle stießen beim Publikum jedoch auf verhaltene Resonanz. Unterdessen kritisierte Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Grünen, Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für schärfere Gesetze gegen geschlechtsspezifische Gewalt einzusetzen.

Die Proteste in Bonn und Köln zeigen den anhaltenden öffentlichen Druck für rechtliche und gesellschaftliche Veränderungen. Die von der Regierung geplanten Reformen zielen zwar auf die Bekämpfung digitaler Gewalt ab, doch ihre Umsetzung hängt von weiterer politischer Abstimmung ab. Die Demonstrantinnen und Demonstranten haben deutlich gemacht: Das Thema bleibt für viele Menschen in Deutschland eine Priorität.

Quelle