13 March 2026, 22:17

IG Metall dominiert Betriebsratswahl in Zwickau trotz wachsender Unzufriedenheit

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Elektromotors und eines Lastwagens in einer Fabrik, die von Maschinen, Säulen und einem Dach erfüllt ist, mit Text am unteren Rand.

Keine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - IG Metall dominiert Betriebsratswahl in Zwickau trotz wachsender Unzufriedenheit

Die jüngste Betriebsratswahl im Volkswagen-Werk Zwickau ist mit einem deutlichen Sieg für die IG Metall zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft sicherte sich über 81 Prozent der Stimmen und errang 29 der 35 zu vergebenden Sitze. Vor der Abstimmung hatten sich Sorgen verstärkt, dass sich Arbeiter angesichts von Stellenstreichungen und Produktionsdrosselungen zunehmend radikalisieren und nach rechts orientieren könnten.

Rund 8.200 Beschäftigte des Werks waren wahlberechtigt. Die Dominanz der IG Metall war unübersehbar, wenn auch etwas geringer als bei der vorherigen Wahl, als sie fast 89 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Das Ergebnis fällt in eine Phase der Unsicherheit, da Volkswagen plant, bis 2030 bundesweit 35.000 Arbeitsplätze abzubauen – davon auch in Sachsen und Thüringen.

Die "Freie Betriebsratsallianz", die als nahestehend zur rechtsextremen AfD gilt, erreichte 11,5 Prozent der Stimmen und zog mit vier Sitzen in den Betriebsrat ein. Eine weitere Gruppe, die "Alternative Liste", kam auf knapp über 7,3 Prozent und erhielt zwei Sitze. Diese Ergebnisse spiegeln eine gewisse Unzufriedenheit unter den Beschäftigten wider, insbesondere am Standort Zwickau, der einst als Vorreiter in der Elektroauto-Produktion galt, nun aber unter sinkender Motivation aufgrund von Arbeitsplatzverlusten leidet.

Bereits jetzt hat das Werk seine Belegschaft um etwa 1.200 Mitarbeiter reduziert – vor allem durch Renteneintritte, freiwillige Aufhebungsverträge und den Verzicht auf die Verlängerung von Zeitarbeitsverträgen. Die Wahl hatte besondere Aufmerksamkeit erregt, da befürchtet wurde, dass der wirtschaftliche Druck die Arbeiter in Richtung radikalerer Interessenvertretung treiben könnte.

Die IG Metall bleibt zwar die mit Abstand stärkste Kraft in der Arbeitnehmervertretung in Zwickau. Doch die Zugewinne der rechtsextremen Gruppe zeigen die Spannungen auf, während Volkswagen seinen Umstrukturierungsprozess vorantreibt. Die Zukunft des Standorts wird davon abhängen, wie weitere Stellenstreichungen gestaltet werden und ob sich die Produktion stabilisiert.

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