Industrie in Deutschland bricht im April stärker ein als erwartet
Deutschlands Industrie erlebt im April einen stärkeren Einbruch als befürchtet
Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie sind im April um 3,8 Prozent gegenüber März eingebrochen – ein deutlich stärkerer Rückgang als von Ökonomen prognostiziert, die mit einem Minus von 2 Prozent gerechnet hatten. Die Entwicklung verschärft die Sorgen über die anhaltende wirtschaftliche Stagnation des Landes seit 2019.
Betroffen sind sowohl die inländische als auch die ausländische Nachfrage: Die Binnennachfrage ging um 2,9 Prozent zurück, während die Auslandsaufträge um 4,2 Prozent sanken. Innerhalb Europas verzeichnete die Eurozone den stärksten Einbruch – hier brachen die Bestellungen um 11,1 Prozent ein. Demgegenüber stieg die Nachfrage aus Nicht-Euro-Ländern leicht um 0,8 Prozent.
Die Automobilbranche, eine der wichtigsten Säulen der deutschen Wirtschaft, verzeichnete einen Rückgang der Neuaufträge um 5,3 Prozent. Der Sektor leidet besonders unter der aktuellen Krise und spiegelt die allgemeinen Probleme im verarbeitenden Gewerbe wider.
Parallel zum wirtschaftlichen Abschwung beschleunigen sich die Arbeitsplatzverluste: Monatlich gehen rund 10.000 Industriejobs verloren, sodass sich die Gesamtzahl der gestrichenen Stellen seit 2019 auf 300.000 beläuft. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, sprach von einer „katastrophalen“ Stimmung in den Unternehmen. Einige Analysten befürchten mittlerweile, dass die Krise die Folgen der Finanzkrise 2008 und der pandemiebedingten Rezession noch übertreffen könnte.
Die jüngsten Zahlen bestätigen, dass die deutsche Industrie unter massivem Druck steht. Ohne Wirtschaftswachstum seit 2019 und bei weiter steigenden Entlassungen erscheint eine Erholung zunehmend ungewiss. Das Ausmaß des Rückgangs löst Alarmstimmung aus – Experten warnen vor langfristigen Schäden für den Industriestandort Deutschland.
