19 April 2026, 06:14

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit System

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, located at No. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit System

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch das Modeunternehmen. Der Schritt erfolgt nach Berichten, wonach der Konzern kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen abgemahnt hat, die das Wort "BOSS" in ihren Namen führen. Gleichzeitig steht das Label wegen seiner historischen Verbindungen zum nationalsozialistischen Deutschland erneut in der Kritik.

Das 1924 gegründete Modehaus Hugo Boss hat bereits mehreren kleinen Betrieben Unterlassungsaufforderungen zukommen lassen. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab nach einer solchen Abmahnung rund 10.000 Pfund für Anwaltskosten aus. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit juristischen Schritten konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

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Die harte Vorgehensweise des Unternehmens stößt auf breite Kritik – besonders vor dem Hintergrund seiner eigenen belasteten Vergangenheit. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte Hugo Boss Uniformen für die SS, wofür sich das Unternehmen 2011 öffentlich entschuldigte. In der Stellungnahme räumte es die Schäden ein, die durch die Kriegsproduktion entstanden waren.

Als Reaktion darauf kündigte Lycett an, sich offiziell in Hugo Boss umzubenennen – eine spöttische Antwort auf die juristischen Drohungen des Konzerns. Zudem kündigte er an, unter demselben Namen ein neues Produkt auf den Markt zu bringen und damit die Auseinandersetzung weiter anzuheizen. Der Komiker betonte dabei, dass er – anders als das Modehaus – niemals an der Herstellung von NS-Uniformen beteiligt gewesen sei.

Der Konflikt verdeutlicht die Spannung zwischen unternehmerischer Markenrechtspolitik und öffentlicher Wahrnehmung. Während kleine Unternehmen und gemeinnützige Initiativen unter den finanziellen Belastungen durch Abmahnungen leiden, bleibt die historische Verstrickung des Konzerns ein umstrittenes Thema. Lycetts Protest hat beide Debatten erneut in den Fokus gerückt.

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