07 April 2026, 08:13

Junge Aktivisten aus Halle schaffen Gedenktafel für 155 NS-Opfer aus Sobibor

Gedenktafel an einer Gebäudewand mit der Inschrift "Gedenktafel für die Opfer des Holocaust" in fetter Schrift, umgeben von einem dekorativen Rahmen, aus dunklem Material hergestellt.

Junge Aktivisten aus Halle schaffen Gedenktafel für 155 NS-Opfer aus Sobibor

Eine Gruppe junger Aktivist:innen aus Halle hat Gelder für eine Gedenktafel am ehemaligen Vernichtungslager Sobibor gesammelt. Die Tafel soll an 155 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Halle erinnern, die dorthin deportiert und ermordet wurden. Zu ihren Bemühungen gehören das Sammeln von Schrottmetall und die Organisation von Spenden, um die Kosten zu decken.

Die Initiative ist Teil des Projekts "Tagebuch der Gefühle", das junge Menschen mit den Schicksalen jüdischer Familien aus ihrer Stadt während der Schoa verbindet. Viele Teilnehmer:innen haben persönliche Reflexionen über das Leben der Opfer verfasst und so ihr Verständnis für die Vergangenheit vertieft.

Das Projekt begann damit, dass die Jugendlichen Schrott sammelten und Spenden akquirierten. Mit dem eingenommenen Geld wird eine steinerne Gedenktafel finanziert, die derzeit von einem ortsansässigen Steinmetz in Halle gefertigt wird. Das Design, das in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Comic-Künstler Nils Oskamp entstand, zeigt zwei Hände, die zueinander greifen. Dieses Bild symbolisiert das jüngste bekannte Opfer aus Halle sowie die Verbundenheit der Familien, die einander Halt gaben.

Die Tafel soll in Sobibor angebracht werden, wo 155 jüdische Bewohner:innen Halles ermordet wurden. Um ihre Bildung zu vertiefen, planen die Aktivist:innen für Juni 2026 eine Reise an den Ort. Dort werden sie das fertige Denkmal sehen und mehr über seine Geschichte erfahren.

Im Rahmen des "Tagebuchs der Gefühle" haben sich die Teilnehmenden mit den Biografien der Verstorbenen beschäftigt. Ihre schriftlichen Reflexionen erzählen die persönlichen Geschichten hinter den Namen und stellen sicher, dass die Opfer als Individuen und nicht nur als Zahlen in Erinnerung bleiben.

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Die Gedenktafel wird ein dauerhaftes Zeichen für die 155 jüdischen Opfer aus Halle setzen. Die Reise der jungen Aktivist:innen im Jahr 2026 wird den Abschluss ihrer Bemühungen markieren und die Verbindung zwischen ihrer Stadt und der Geschichte Sobibors stärken. Ihre Arbeit stellt sicher, dass die Geschichten der Ermordeten auch künftigen Generationen weitergegeben werden.

Quelle