29 June 2026, 14:13

Knauf plant 50 Jahre Gipsabbau bei Würzburg – doch das Trinkwasser bleibt umstritten

Hürde auf dem Weg zu einem neuen Gipsbergwerk genommen

Knauf plant 50 Jahre Gipsabbau bei Würzburg – doch das Trinkwasser bleibt umstritten

Der Baustoffkonzern Knauf beantragt die Genehmigung für den unterirdischen Gipsabbau in der Nähe von Würzburg – und zwar für die nächsten 50 Jahre. Das Vorhaben sieht die Förderung von einer Million Tonnen pro Jahr vor, unterliegt jedoch strengen Auflagen zum Schutz des lokalen Trinkwassers. Eine behördliche Bewertung kommt zu dem Schluss, dass die Risiken bei Einhaltung dieser Vorgaben beherrschbar seien.

Die Regierung von Unterfranken gelangte zu der Einschätzung, dass der Gipsabbau keine unkontrollierbaren Gefahren berge, sofern spezifische Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Marco Pabstmann, technischer Direktor bei Knauf, begrüßte diese Bewertung. Dennoch bleibe ein Restrisiko bestehen – bei einem Absinken des Grundwasserspiegels müssten die Arbeiten eingestellt werden.

Das Projekt wurde eingehend geprüft: Im Rahmen der raumordnerischen Untersuchung wurden 79 Behörden angehört und 4.300 öffentliche Einwände geprüft. Zudem sammelte eine Online-Petition gegen das Vorhaben über 5.600 Unterschriften.

Kritik kommt von Patrick Friedl, Landtagsabgeordneter und Würzburger Stadtrat. Er wirft der Bewertung vor, die Bedrohung für die Trinkwasserversorgung falsch eingeschätzt zu haben. Die Region sei von zentraler Bedeutung für die Wasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Gemeinden.

Die endgültige Entscheidung über die Genehmigung trifft noch in diesem Jahr das Bergamt Nordbayern. Knauf muss sich an strenge Auflagen halten, um mit dem Abbau beginnen zu können. Das Ergebnis wird zeigen, ob das Projekt ohne Gefährdung der lokalen Wasserressourcen umsetzbar ist.

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