Kölner Dom: Eintrittsgeld-Pläne lösen heftige Debatte über Zugang und Tradition aus
Rebekka LangernEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom: Eintrittsgeld-Pläne lösen heftige Debatte über Zugang und Tradition aus
Pläne, Besucher des Kölner Doms mit einem Eintrittsgeld zu belegen, haben scharfe Kritik ausgelöst. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin des Wahrzeichens, nannte den Vorschlag "sehr problematisch". Sie warnte, dies könnte eine der ikonischsten religiösen Stätten Deutschlands in einen Ort verwandeln, den sich nur Wohlhabende leisten könnten.
Der Kölner Dom zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Als UNESCO-Weltkulturerbe und Aufbewahrungsort der Reliquien der Heiligen Drei Könige zählt er zu den berühmtesten katholischen Kirchen der Welt. Dennoch plant die verantwortliche Institution, in der zweiten Jahreshälfte eine Eintrittsgebühr einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.
Schock-Werner erkannte zwar den zusätzlichen Finanzbedarf des Doms an. Gleichzeitig argumentierte sie jedoch, dass eine Eintrittsgebühr seinen Charakter verändern und seine Bedeutung für die Stadt schwächen könnte. Aus ihrer Sicht bestehe die Gefahr, Besucher abzuschrecken und das Gebäude weniger zugänglich für die Öffentlichkeit wirken zu lassen.
Die Debatte über Eintrittsgelder für historische und religiöse Stätten spaltet seit fünf Jahren die Meinungen in Deutschland. Während einige Touristen und Denkmalschützer die Idee unterstützen, um die Instandhaltung zu finanzieren, lehnen andere sie vehement ab. Als 2023 ähnliche Pläne für den Kölner Dom bekannt wurden, kam es zu Protesten, Petitionen und Demonstrationen. Sozialmedia-Kampagnen in den Jahren 2024 und 2025 heizten die Auseinandersetzung weiter an, doch eine bundesweite Regelung gibt es bisher nicht.
Die Domverwaltung hat weder die genaue Gebührenhöhe noch den Starttermin endgültig festgelegt. Sollte die Gebühr eingeführt werden, wäre dies ein radikaler Wandel für ein Bauwerk, das seit Jahrhunderten als kostenloser öffentlicher Raum steht. Die Entscheidung wird voraussichtlich auf anhaltenden Widerstand stoßen – insbesondere von denen, die den freien Zugang als zentral für seine Identität betrachten.