Kostenexplosion bei F126: Bundesregierung stoppt Milliarden-Fregattenprojekt abrupt
Rebekka LangernKostenexplosion bei F126: Bundesregierung stoppt Milliarden-Fregattenprojekt abrupt
Das deutsche Verteidigungsministerium hat das Fregattenprogramm F126 nach einer Kostenexplosion auf 18 Milliarden Euro gestoppt. Dies stellt eine deutliche Wende in der Beschaffungsstrategie der Marine dar. Die Entscheidung gab Verteidigungsminister Boris Pistorius am Dienstag bekannt.
Ursprünglich war das F126-Projekt 2020 mit einem Budget von sechs Milliarden Euro für vier Schiffe veranschlagt worden. Bereits über zwei Milliarden Euro waren geflossen, und zwei Fregatten befanden sich im teilweisen Bau. Doch die stark gestiegenen Kosten führten schließlich zur Einstellung des Programms.
Durch die Streichung bleiben einige Komponenten wie Motoren, Getriebe und Radarsysteme ungenutzt – sie lassen sich nicht umwidmen und werden voraussichtlich verschrottet. Der Rüstungskonzern Rheinmetall, der erst im März die NVL-Werft übernommen hatte, verliert damit den lukrativen Auftrag kurz nach dem Abschluss der Transaktion.
Die Bundesregierung plant nun stattdessen die Bestellung von acht MEKO-200-Fregatten bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Jede soll 1,6 Milliarden Euro kosten und mit etwa 40 Metern kürzer ausfallen als das F126-Design. Mit diesem Wechsel stammen die meisten Systeme künftig von US-amerikanischen statt von deutschen Herstellern.
Das Verteidigungsministerium hat das Ende des Projekts offiziell bestätigt. Der Umstieg auf die MEKO-200 wird die deutsche Flotte und die Partnerschaften der Rüstungsindustrie neu prägen. Die Entscheidung folgt auf Jahre steigender Kosten und industrieller Herausforderungen.
