25 April 2026, 20:14

Kreuzbergs neues Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal "Nius"

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift 'öffne die Grenzen, rette Leben, bekämpfe Faschismus' vor einem Gläserfenster und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Kreuzbergs neues Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal "Nius"

Neues Protestbündnis gegen das rechtsextreme Portal "Nius" in Berlins Kreuzberg gestartet

Rund 250 Menschen füllten in Berlins Kreuzberger Dragonerareal einen Veranstaltungsraum bis auf den letzten Platz, um gegen den Einfluss des umstrittenen Portals "Nius" zu protestieren. Die Organisator:innen hatten im Vorfeld vor möglichen Störungen gewarnt – sie fürchteten Provokateure, darunter auch Mitarbeiter von "Nius", die die Kundgebung infiltrieren könnten.

Vor dem Veranstaltungsort postierten sich antifaschistische Aktivist:innen als Schutzschild für die Informationsveranstaltung. In Redebeiträgen wurde "Nius" als "digitale Pranger" und "Schmutzkübel" bezeichnet, der gezielt Stereotype, rassistische Klischees sowie Hetze gegen Geflüchtete, Klimaaktivist:innen und NGOs verbreite. Zudem warf man der Plattform unter Chefredakteur Julian Reichelt vor, die demokratische Zivilgesellschaft systematisch zu untergraben.

Das in der Ritterstraße ansässige Portal hatte die Proteste zuvor aggressiv beworben, die Initiative "Nein zu Nius" aber als "linksextrem" und "steuerfinanziert" abgetan. Bereits in der Vergangenheit hatte "Nius" den Technologiekritiker Guido Arnold, Mitglied des kollektivs çapulcu, ins Visier genommen – unter anderem durch die Veröffentlichung seines Fotos und Observierungen vor seiner Wohnung, ohne belastbare Beweise vorzulegen.

Trotz seiner polarisierenden Inhalte kämpft "Nius" mit Reichweitenproblemen: Das Portal zählt nicht zu den 100 meistgenutzten Online-Medien Deutschlands und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Finanziert wird die Plattform maßgeblich vom Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Spitze unterhält.

Die Protestierenden kündigten an, künftig auch vor dem "Nius"-Büro in Kreuzberg zu demonstrieren, um den Druck auf das Portal aufrechtzuerhalten. Die Veranstaltung verlief ohne größere Zwischenfälle und zog ein volles Haus an Teilnehmenden an. Kritiker:innen sehen in "Nius" weiterhin einen Brandbeschleuniger für rechtsextreme Diskurse, der gezielt die öffentliche Debatte nach rechts verschiebe. Mit wachsendem Widerstand gegen die Plattform sind weitere Kundgebungen zu erwarten.

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