31 March 2026, 12:20

Lagardes Dreistufenplan: Wie die EZB auf den Iran-Krieg und hohe Energiepreise reagiert

Plakat mit der Überschrift "Unter Präsident Bidens Inflation Reduction Act" in fetter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: oben die Auswirkungen des Gesetzes und unten die visualisierte Darstellung in Blau und Grün.

Lagardes Dreistufenplan: Wie die EZB auf den Iran-Krieg und hohe Energiepreise reagiert

ECB-Präsidentin Christine Lagarde hat einen dreistufigen Plan vorgelegt, um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs und der stark gestiegenen Energiepreise zu bewältigen. Auf der Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) und ihrer Beobachter in Frankfurt erläuterte sie, wie die Notenbank auf den Anstieg der Ölpreise und die Inflationsdrucke reagieren werde.

Seit März 2024 sind die Ölpreise deutlich gestiegen und erreichten bis März 2026 für die Nordsee-Sorte Brent 115 bis 116 Dollar pro Fass. Der Preisschub folgt auf die durch den Iran-Konflikt verursachten Störungen sowie eine Blockade in der Straße von Hormus.

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Lagardes erste Strategie sieht vor, einen vorübergehenden Anstieg der Energiepreise zu ignorieren. Sie argumentierte, dass geldpolitische Maßnahmen aufgrund der zeitlichen Verzögerung bei der wirtschaftlichen Wirkung zu spät kämen, um wirksam zu sein. Stattdessen werde die EZB auf kurzfristige Schocks verzichten, um unnötige Marktverwerfungen zu vermeiden.

Der zweite Ansatz besteht in einer vorsichtigen Anpassung, falls die Inflation das EZB-Ziel vorübergehend übersteigt. Diese abgestufte Reaktion soll Fehlkommunikation und unnötige Marktturbulenzen verhindern. In diesem Fall würde die Bank die Zinsen schrittweise erhöhen, um die Inflationserwartungen stabil zu halten.

Für ein schwerwiegenderes Szenario, in dem die Inflation mehr als zwei Jahre hoch bleibt, kündigte Lagarde ein entschlossenes Eingreifen an. Dies würde deutliche Zinserhöhungen umfassen – selbst auf die Gefahr hin, eine bestehende Rezession zu vertiefen. Die negativen Prognosen der EZB zeigen, dass die Wirtschaftsleistung im Euroraum bis 2026 stagniert und sich erst Ende 2028 langsam erholt. Ein stärkerer Energieschock könnte die Region in eine leichte Rezession drängen.

Die aktuellen Ölpreise entsprechen nahezu den pessimistischsten EZB-Szenarien und liegen im 95. Perzentil der erwarteten Werte. Sollte sich die Inflation dauerhaft vom Ziel entfernen, würde die Bank entschlossen handeln, um langfristige Schäden zu verhindern. Dazu könnten mehrere Zinserhöhungen gehören, die den Einlagenzins von derzeit 2 Prozent auf 2,5 Prozent bis 2026 anheben würden.

Die Strategie der EZB balanciert kurzfristige Stabilität mit langfristigen Risiken. Lagardes Plan sieht vor, dass die Bank entweder abwartet, behutsam nachsteuert oder entschlossen handelt – je nachdem, wie sich Inflation und Energiepreise entwickeln. Das Ziel bleibt, die Erwartungen zu verankern und einen prolongierten wirtschaftlichen Abschwung zu vermeiden.

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