Leistungsdruck im Kinderspiel: Bundesministerium setzt auf Wettbewerb in Schulen
Dorit GierschnerLeistungsdruck im Kinderspiel: Bundesministerium setzt auf Wettbewerb in Schulen
Bundesbildungsministerium setzt auf leistungsorientierte Kinderspiele
Bildungsministerin Karin Prien wirbt für mehr Wettbewerb im Schulsport und fordert eine stärkere Leistungsorientierung bei Spiel- und Bewegungsangeboten für Kinder. Ein neuer Vorschlag des Ministeriums zielt darauf ab, wie junge Schülerinnen und Schüler körperliche und geistige Herausforderungen bewältigen – und zwar mit klaren Erfolgskriterien.
An der Friedrich-August-von-Hayek-Eliteschule wird dieses Konzept bereits erprobt: Aktuell nehmen Schülerinnen und Schüler am IronChild-Wettbewerb teil, einem mehrtägigen Extremtest, der Ausdauer, Disziplin und sogar betriebswirtschaftliche Aufgaben kombiniert. Die Sieger dürfen sich über ein persönliches Coaching mit dem Schulleiter, Dr. Dr. Ulf-Uve Vollmann, freuen.
Doch der Druck ist hoch – wer scheitert, riskiert eine Empfehlung fürs Gymnasium, was die Konkurrenz zusätzlich anheizt.
Der Leistungsgedanke beschränkt sich nicht auf diese eine Schule. Bernd Kreimer-Rendsburg plädiert dafür, sämtliche schulische Leistungsbewertungen nach Spielprinzipien auszurichten. An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule wird Sport hingegen auf ungewöhnliche Weise betrieben: Die Kinder turnen mit dem Rücken zum Publikum – und ausschließlich auf Latein.
Noch radikaler gehen Eltern der Höhlenkinder-Kita vor: Sie setzen ihre Kleinkinder in nummerierten Weidenkörben auf der Ems aus und deklarieren dies als „natürliche Auswahl“.
Der IronChild-Wettbewerb und ähnliche Projekte spiegeln einen Trend wider: Immer mehr Schulen und Bildungspolitiker verknüpfen Leistung mit Belohnungen – oder Konsequenzen. Sollte der Ministeriumsvorschlag umgesetzt werden, könnten solche Modelle bald flächendeckend im deutschen Bildungssystem verankert sein.






