Mainz kämpft mit Rekordschulden: Kann Köblers Sparplan die Stadt retten?
Bela WinklerMainz kämpft mit Rekordschulden: Kann Köblers Sparplan die Stadt retten?
Daniel Köbler übernahm im Februar das Amt des Finanzdezernenten und stellvertretenden Oberbürgermeisters von Mainz. Die Stadt steht vor steigenden Schulden und einem prognostizierten Haushaltsdefizit von über 180 Millionen Euro. Köbler will die Ausgaben kürzen, das Budget konsolidieren und gleichzeitig zentrale soziale sowie infrastrukturelle Herausforderungen angehen.
Köbler folgte auf Günter Beck, nachdem er seit 2004 als Ortsvorsteher von Mainz-Oberstadt und als Stadtrat tätig gewesen war. Die Gesamtverschuldung von Mainz belief sich im vergangenen Jahr auf 535 Millionen Euro und wird voraussichtlich in diesem Jahr auf 615 Millionen Euro anwachsen – bei einem aktuellen Defizit von 162 Millionen Euro.
Die kommunale Aufsichtsbehörde des Landes genehmigte zwar den Haushalt der Stadt, knüpfte daran jedoch strenge Auflagen. Von den beantragten 223 Millionen Euro für Investitionskredite wurden lediglich 75 Millionen Euro bewilligt. Köbler strebt nun an, das Defizit auf unter 145 Millionen Euro zu drücken und langfristig einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.
Er verwies auf die finanziellen Belastungen durch die Integration von Geflüchteten sowie die Kosten für Sozialleistungen. Aufgrund der angespannten Haushaltslage müssen Eltern nun für Schulmahlzeiten aufkommen. Auch das jährlich 365 Euro teure ÖPNV-Ticket kann die Stadt nicht dauerhaft aus dem eigenen Etat finanzieren.
Trotz der prekären Finanzlage setzt Köbler Prioritäten wie den Bau der großen Sporthalle in Mombach. Zudem fordert er eine bessere Landesförderung für die Städte in Rheinland-Pfalz und argumentiert, Mainz erhalte im Vergleich zu anderen Regionen weniger Unterstützung.
Köbler steht vor einer schwierigen Aufgabe: Die Finanzen von Mainz zu stabilisieren, während die Stadt wachsende Schulden bewältigen und gleichzeitig unverzichtbare Leistungen sowie die Infrastruktur sichern muss. Sein Erfolg hängt sowohl von lokalen Haushaltsanpassungen als auch von einer verbesserten Förderung durch das Land ab.
